Ein Hase für jede Geschwindigkeit

Saarbrücken. Marathonlauf könnte noch schöner sein, wenn man die 42,195 Kilometer im selben Tempo durchlaufen könnte. Diese Gleichmäßigkeit schafft aber kaum einer, weil sie sehr viel Disziplin verlangt. Idealerweise liefe man am Anfang deutlich langsamer, als man eigentlich könnte, um auf den letzten Kilometern Reserven zu wecken

Saarbrücken. Marathonlauf könnte noch schöner sein, wenn man die 42,195 Kilometer im selben Tempo durchlaufen könnte. Diese Gleichmäßigkeit schafft aber kaum einer, weil sie sehr viel Disziplin verlangt. Idealerweise liefe man am Anfang deutlich langsamer, als man eigentlich könnte, um auf den letzten Kilometern Reserven zu wecken. Die meisten laufen aber zu schnell los und werden zum Ende langsamer, und zwar überdurchschnittlich. Für jede zu schnelle Sekunde wird dann mit jeweils zwei oder drei zu langsamen zurückgezahlt. "Zu flott angegangen", das sagen nach einem Lauf 70 Prozent der Sportler. Und machen es beim nächsten Mal wieder falsch. Ähnlich wie der St.Wendel-Marathon bietet auch der Saarbrücken-Marathon an diesem Sonntag den Teilnehmern eine wertvolle Dienstleistung, die ein konstantes Tempo ermöglicht: Brems- und Zugläufer, auch Pacemaker oder Hasen genannt. Sie sind mit weithin sichtbaren Luftballons ausgestattet und gehen Zielzeiten zwischen 3:15 und 5:00 Stunden an, und zwar in 15-Minuten-Schritten. Bereits in den beiden Vorjahren machten die Saarbrücker Pacemaker eine überdurchschnittlich gute Arbeit. Erstens liegt es daran, dass alle Zielzeiten dreifach besetzt sind. Eine Person läuft die angestrebten Zwischenzeiten konsequent durch, auch auf die Gefahr hin, dass Teile der Gruppe nicht folgen können (sie können sich zur nächsten Gruppe zurückfallen lassen). Die anderen kümmern sich um Läufer, die den Anschluss zu verlieren drohen und versuchen, diese ans Feld zurückzuführen. Wieder andere sind für Getränke, Gespräche und gute Laune zuständig. Pacemaker könnten den Marathon mindestens 20 bis 30 Minuten schneller laufen, als sie es am Sonntag tun werden. Toni Lesch und Martin Linnenberger, erfahrene Läufer der Lauftreff-Freunde Köllertal, betreuen und coachen das Pacemaker-Wesen des 3. Saarbrücken Marathons. Sie versammelten drei Dutzend Männer und Frauen aus mehreren Vereinen um sich. Bei einem gemeinsamen Lauf wurden die Strecke besichtigt, die Abläufe besprochen und Teamgeist gebildet. Wichtigster Inhalt der Ansprache: Die Pacemaker sind für die Läufer da und stellen eigene Ansprüche an diesem Tag völlig zurück. wp

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