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Ein Geschichtsort: Die Kirche St. Anna Furschweiler

Geschichtsorte im Landkreis St. Wendel : Gotteshaus in barock-klassizistischem Stil

Vor 225 Jahren wurde die Pfarrei Furschweiler gegründet, 1828 wurde die Pfarrkirche St. Anna eingeweiht.

In diesem Jahr gibt es in Furschweiler gleich doppelten Grund zum Feiern: Vor 190 Jahren wurde die Pfarrkirche St. Anna eingeweiht und vor 225 Jahren die Pfarrei gegründet. „Der Ursprung der Pfarrkirche Furschweiler liegt in der Ausgliederung der Tochterpfarrei Furschweiler aus der Mutterpfarrei St. Wendel“, weiß Rüdiger Andres vom Heimat- und Verkehrsverein Namborn. Denn zum Gottesdienst mussten die Furschweiler zu Fuß nach St. Wendel. Was gut und gerne „fünf Viertelstunden“ – so ein Originaldokument – dauerte. Daher erhob am 4. Mai 1792 der Trierer Kurfürst und Erzbischof Clemens Wenzeslaus von Sachsen Furschweiler zu einer eigenen katholischen Pfarrei. Zu der gehörten die Dörfer Eisweiler, Pinsweiler, Heisterberg, Hofeld, Gehweiler, Reitscheid, Roschberg und Born (heute: Bornerhof) mit zusammen etwa 600 Einwohnern.

Eine Kirche sollte auch entstehen, und zwar mit den Steinen, der Glocke und dem Altar der St. Anna-Kapelle in Alsfassen, die abgerissen werden sollte. So wie es der Kurfürst bestimmt hatte. Der Einmarsch französischer Truppen im Zuge der Französischen Revolution, die 1789 ihren Anfang nahm, machte diesem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung. Denn die Truppen zogen alle Kirchengüter ein. Andres: „Man musste daher mit einem strohgedeckten Stall als Notkirche vorlieb nehmen. Erst nach der Franzosenzeit konnte eine würdige Kirche gebaut werden.“

Josef Gerhard, ab 1822 Pastor in Furschweiler, setzte sich unermüdlich für den Kirchenbau ein – und hatte Erfolg, vor allem dank seiner guten Verbindungen zur Obrigkeit. 1827 stand der Rohbau, am 27. Juli 1828 wurde wurde das in barock-klassizistischem Stil gehaltene Gotteshaus eingeweiht.

Geschichtsorte im Landkreis St. Wendel

In den folgenden Jahrzehnten wurde der Innenraum mehrmals um- und neugestaltet. Der Innenraum steht auch im Fokus des 2012 gegründeten Kirchenbauvereins. „Unser Ziel ist es vor allem, die Kirche innen zu renovieren. Schließlich haben Generationen dieses Haus erbaut – das zu erhalten, bedeutet viel Arbeit“, sagt Christel John vom Kirchenbauverein. „Es ist eine gemütliche Kirche“, ergänzt sie, „nicht überladen, das habe mir schon viele Menschen mitgeteilt.“

Ein Kleinod in Furschweiler, ein Geschichtsort in der Gemeinde Namborn. Eine Gemeinde, die im Zuge der saarländischen Gebiets- und Verwaltungsreform 1974 entstand. Zwei Jahre später gründete sich der Heimat- und Verkehrsverein Namborn.

„Die Gründungsmitglieder hatten sich überlegt, was sie tun könnten, damit sich die Einwohner mit der neuen Gemeinde identifizieren, wie sie Heimatverbundenheit erzeugen und pflegen können.“ Von Beginn an war die Liebenburg, das Wahrzeichen der Gemeinde, ein zentrales Anliegen des Vereins – und ist es bis heute geblieben. Andres: „Aktuell haben wir Scherbenfunde, die bei Ausgrabungen an der Burg gefunden wurden, der wissenschaftlichen Auswertung übergeben. Auch die damals gefundenen behauenen Steine wollen wir auswerten lassen.“

Zudem betreut der Verein eine Orchideenwiese, beteiligt sich an Publikationen, untersucht Verteidigungsanlagen aus dem Zweiten Weltkrieg und die denkmalgeschützten Kulturgüter in der Gemeinde – wozu auch die Kirche in Furschweiler gehört, die in diesem Jahr 190 Jahre alt wurde. Infos zum Verein gibt es auch online.

www.hvv-namborn.de

Auf dem YouTube-Kanal des Landkreises finden sich Videos zu den Geschichtsorten: https://www.youtube.com/channel/UCF9sq51TlbaRMWx9ePIRzog.