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Digitalisierung: Smart City-Modellprojekt startet heute in St. Wendel

Modellprojekt : Smart-City-Projekt in St. Wendel startet

Mit dem Projekt soll St. Wendel „attraktiver, nachhaltiger und digitaler“ werden. Mehr als 15 Millionen Euro werden im Laufe der nächsten sieben Jahre investiert.

Auf eine selbst formulierte und erfolgreich eingereichte Bewerbung werden jetzt konkrete Taten folgen: An diesem Mittwoch startet offiziell das Smart-City-Modellprojekt „Smart Wendeler Land“ mit einer digitalen Auftaktveranstaltung. Mehr als satte 15 Millionen Euro erhält der Kreis in den nächsten sieben Jahren vom Bund (wir berichteten). Mit der Fördersumme soll die Digitalisierung voranschreiten, um das Leben für die Bürger einfacher, angenehmer, attraktiver und nachhaltig zu gestalten.

Für den Begriff Digitalisierung existiert keine eindeutige Definition. Er kann, abhängig vom jeweiligen Kontext, mehrere Bedeutungen annehmen. Im ursprünglichen Sinn meint Digitalisierung das Umwandeln von analogen Informationen in digitale Formate. Im Landkreis tragen die vier Säulen Mobilität, Daseinsvorsorge, Mitgestaltung und Bürgerdienste das Vorhaben. „Es ist eine große Chance, in den nächsten sieben Jahren die digitale Präsenz im ländlichen Raum konkret voranzutreiben“, geht Landrat Udo Recktenwald (CDU) das Projekt mit großer Motivation an. Er sieht darin eine Möglichkeit, die Nachteile des ländlichen Raumes gegenüber Ballungszentren auszugleichen.

Die Planungsphase läuft bis Ende 2022, danach geht das Projekt in seine fünfjährige Umsetzungsphase. Der Fachinformatiker Philipp Reis ist als Datenbeauftragter des Landkreises eingestellt worden. Alle eingehenden Daten werden von Aljoscha Dietrich treuhänderisch verwaltet, eine Lenkungsgruppe hat ihre Arbeit aufgenommen. „Wir wollen die Heimat attraktiver, nachhaltiger und digitaler machen“, umreißt der Datenbeauftragte Reis seinen Job. Wichtig ist ihm Vertrauen zu schaffen, um die Akzeptanz des Projekts zu fördern. Dazu soll eine Bürgerinformations-Plattform aufgebaut werden. „Am Projekt können auch die Bürger teilnehmen, wir benötigen die Information von außen“, sagt Reis. Landrat Recktenwald ergänzt, dass die im Sozialraum unverzichtbare analoge Kommunikation dabei in keinem Fall verloren geht. „Unsere Sozialgesellschaft wird nicht vergessen“, stellt er klar. Reis lotet nun aus, welche Impulse nötig sind: „Was brauchen und was wollen die Menschen?“. Eine bedarfsgerechte und bezahlbare Mobilität im Kreis ist für den Datenbeauftragten ein Ansatz.

Beim Punkt Daseinsvorsorge könne auf die Erfahrungen des zwar ausgelaufenen Projekts Landaufschwung und auf die weiter wachsende ländliche Kampagne „Smart Village“ aufgebaut worden. Neben der Bürgerinformations-Plattform sollen zudem diverse Apps schnell und zielgerichtet informieren. „Wir wollen viele Daten bündeln“, erläutert Reis. Den Blick von außen wirft Steffen Hess vom Fraunhofer-Institut in Kaiserslautern auf das Modellprojekt. Er beschäftigt sich unter anderem mit der Digitalisierung von ländlich geprägten Regionen.

„Smart Cities ist eine gute Chance, die Region zu entwickeln, idealerweise mit den Menschen zusammen, um mit allen Wettbewerbsformen zu schaffen“, erklärt Hess. Er schlägt die analoge und digitale Teilhabe vor, um damit die Bürger im Landkreis zu aktivieren. Hess wird am Mittwoch bei der Onlineveranstaltung der Expertenrunde angehören, die über das Thema „Wie kann die Bevölkerung auf dem Weg zur Smart City mitgenommen werden?“ diskutieren wird. Michael Backes vom Cispa Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit, hält einen Impulsvortrag. Des Weiteren präsentieren Unternehmen wie die St. Wendeler Pocket Rocket GmbH, Public Fraunhofer und das Deutsche Forschungszentrum für künstliche Intelligenz praxisnahe Projekte für die Handlungsbereiche des Vorhabens „Smart Wendeler Land“. Im unmittelbaren Anschluss werden analog zu den Handlungsfeldern Themenstationen mit Referenten angeboten. Das Publikum kann zwischen den Themenstationen wechseln und zudem in einen direkten Austausch mit den Referenten treten. Die Teilnahme ist kostenlos. Beginn 9 Uhr, Ende 16 Uhr.

Info: E-Mail: smartcity@lkwnd.de

 Landrat Udo Recktenwald (hinten) und Philipp Reis, der Datenbeauftragte im Landkreis St. Wendel.
Landrat Udo Recktenwald (hinten) und Philipp Reis, der Datenbeauftragte im Landkreis St. Wendel. Foto: Frank Faber

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