Diebe im Härtelwald: Polizei schnappt junges Pärchen

Diebe im Härtelwald: Polizei schnappt junges Pärchen

Marpingen. Polizei und Mitarbeiter der Marpinger Gemeindeverwaltung haben an der Kapelle der Marienverehrungsstätte im Härtelwald gemeinsam Dieben aufgelauert, die in den vergangenen Wochen immer wieder Geld aus dem Opferstock geklaut hatten

Marpingen. Polizei und Mitarbeiter der Marpinger Gemeindeverwaltung haben an der Kapelle der Marienverehrungsstätte im Härtelwald gemeinsam Dieben aufgelauert, die in den vergangenen Wochen immer wieder Geld aus dem Opferstock geklaut hatten. Auch an Sonntagen waren Beamte und Freiwillige vor Ort und beobachteten aus Verstecken, ob sich Verdächtige dem Gebetsort näherten, berichtete gestern ein Ermittler. Jetzt ging ihnen ein junges Diebespärchen in die Falle. Es sei seit Anfang Oktober mehrmals aus Saarbrücken-Burbach angereist, um sich an Spenden zu bedienen, die Gläubige während ihrer Besuche in den Opferstock gesteckt hatten. Mindestens neun Mal sollen die beiden 23-Jährigen mit dem eigenen Wagen in den Härtelwald gefahren sein, um zuzulangen. Sie stellten laut Bericht ihr Auto etwas entfernt vom eigentlichen Tatort ab, um nicht aufzufallen. Dann näherten sie sich zu Fuß dem Opferstock. Um so wenig Spuren wie möglich zu hinterlassen, fischten sie das Geld durch den Einwurfschlitz heraus. Sie hatten dafür einen dünnen Draht, der durch die Öffnung passte, präpariert. Das eine Ende, das ins Innere führte, war in Klebstoff getunkt, um an Geldscheine zu gelangen. Und genau das hatte Gemeindemitarbeiter überhaupt erst auf die Idee gebracht, dass sich Diebe an dem Opferstock zu schaffen gemacht haben könnten. Denn als sie ihn entleeren wollten, stellten sie Kleberspuren am Boden der in die Kapellenwand eingemauerten Schatulle fest. Damit begannen die Ermittlungen der St. Wendeler Polizeiinspektion. Wie die Polizei gestern mitteilte, hatten Kollegen bereits am Sonntagnachmittag zugeschnappt. In der Kapelle nahmen sie die jungen Leute fest. In ihren Taschen fanden die Beamten belastende Beweise, unter anderem Werkzeug, das für die Taten hätte verwendet werden können. Bei ihrer ersten Vernehmung auf der Wache in St. Wendel gab die junge Frau zu, am mehreren Diebeszügen an der Marienverehrungsstätte beteiligt gewesen zu sein. Sie kam daraufhin wieder frei. Anders ihr mutmaßlicher Komplize: Er wies die Vorwürfe weit von sich. Nun sitzt er in Saarbrücken hinter Gittern. Ein Staatsanwalt hatte beim Amtsgericht Untersuchungshaft für den Vorbestraften beantragt. Er soll wegen ähnlicher Delikte schon aufgeflogen sein, bestätigte die Polizei. Welchen Schaden die Diebe angerichtet haben, sei schwer zu beziffern, da das Spendenaufkommen immer unterschiedlich hoch sei. Die Ermittler gehen von einem "hohen dreistelligen Betrag" aus, der den Tätern in die Hände fiel.

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