Die Narren herrschen auf den Straßen

Die Narren herrschen auf den Straßen

St. Wendel. Ein bisschen Rio und ein bisschen Italien - südländisch kommt der St. Wendeler Fastnachtsumzug daher. Dem Sambarhythmus der Samba Total Truppe aus Marpingen, als Engel und Teufel verkleidet, können sich die über 35 000 Narren am Straßenrand nicht entziehen. Passend dazu der Festwagen der Kreisstadt

St. Wendel. Ein bisschen Rio und ein bisschen Italien - südländisch kommt der St. Wendeler Fastnachtsumzug daher. Dem Sambarhythmus der Samba Total Truppe aus Marpingen, als Engel und Teufel verkleidet, können sich die über 35 000 Narren am Straßenrand nicht entziehen. Passend dazu der Festwagen der Kreisstadt. Auf dem präsentierten sich gleichsam als weltliche Gegenstücke der himmlischen und höllischen Heerscharen, Don Camillo und Peppone, Bürgermeister Klaus Bouillon (CDU) und Pastor Anton Franziskus. Statt Segenssprüche oder Kraftausdrücke, wie ihre Vorbilder aus der Poebene, lassen sie Blumen und Süßigkeiten auf die ausgelassene und farbenfroh kostümierte Menge am Straßenrand regnen. 65 Motivwagen, Fußgruppen und Musikkapellen bilden den närrischen Lindwurm, der unter dem Motto "Die Straße lebt - St. Wendel bebt" sich über zwei Stunden durch die City wälzt. Kräftig in der Himmelsrichtung hat sich eine Gruppe Pfälzer Narren geirrt. Statt in der Südsee landen sie in St. Wendel, zwar bei strahlendem Sonnenschein, aber eisigem Ostwind. Nach dem Umzug geht die Narren-Party in der St. Wendeler Innenstadt weiter.Alsweiler. Um 14.11 Uhr geht es los. Der Alsweiler Kinderumzug setzt sich in Bewegung. 350 Zugteilnehmer ziehen in 30 Gruppen an rund 6000 feiernden Narren vorüber. Auf dem Elferrats-Wagen des Alsweiler Theater- und Karnevalvereins (TuKV) prangt das Motto: "Im Dschungel dröhnt der Elefant. Faasend is im Kappesland!" Auf dem Gefährt: das Prinzenpaar Chiara I und Maurice I. Hinter den Tollitäten folgen die Mini-Gardisten des TuKV als Schafherde. Die Kleinen werfen große Mengen Süßkram. Mit Plastiktüten bewaffnet jagen Kinder eifrig den Leckereien hinterher. Der TTC Marpingen-Alsweiler präsentieren eine Lösung gegen das Nachwuchsproblem vieler Vereine. In Anspielung auf den italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi lautet ihr Motto: "Bunga Bunga bis zum Morgen, vorbei sind alle Nachwuchssorgen!" Der Zug endet am Alsweiler Pfarrheim, wo die Feier bis zum Abend weitergeht. vsc

Wolfersweiler. Etwa 1000 Besucher säumten gestern die St. Wendeler Straße, als sich Fastnachtszug vollgepackt mit Ideen durchs Dorf bewegte. Ein bunter Themenmix brachte jede Menge Narrenspaß. Weithin sichtbar war der Nachbau eines alten Turmes. Was es mit ihm auf sich hatte, stand am Wagenende: "Wisst ihr noch, wie's früher war, als Schinderhannes in Wolfersweiler war?" Die Freude über den DSL-Anschluss schwappte sogar auf den Umzug über. "DSL ist da - Wolfersweiler im Netz" war für die Bòòze ein Grund, kräftig zu feiern. Die "wilden Kleintiere", eine Kindergruppe, tänzelten dem Wagen mit den "wilden Großtieren" voraus. Zwei Tannen waren das Dschungelcamp der "Hoorlosen". Hübsche Fußgruppen machten das Umzugsbild noch bunter: Schlümpfe aus Mosberg-Richweiler, Maulwürfe aus Wolfersweiler, Sträflinge vom Alcatraz und ein fahrender Grillmeister, der bei herrlichem Sonnenschein Würste bruzzelte. gtr

Sötern. Ausgelassen feierten 5000 Besucher in Sötern die 16 Motivwagen und elf Fußgruppen, die sich wie ein farbenprächtiger Lindwurm durch das Dorf schlängelten. Die Wagenbauer griffen aktuelle Themen auf. Zum Beispiel den geplanten Ferienpark am Bostalsee. Dabei bekam auch die UBNN ihr Fett weg und wurde kurzerhand in "Unbelehrbares Bündnis notorischer Neinsager" umbenannt. Hinter dem "Eisener Babyexpress" marschierten blaue und rote Riesenbabys und verkündeten das Wagenmotto: "Im Saarland ist's mit den Kindern mau, für Nachwuchs sorgt der KKV." Die teure Müllentsorgung war ebenfalls ein Thema. "Wer soll das bezahlen?" fragten die Narren und klebten ein Foto von EVS-Chef Heribert Gisch direkt über eine Mülltonne. Das Söterner Rote Kreuz erinnerte an "175 Jahre Eisenbahnromantik" und hatte eine Adler-Lok aus dem 19. Jahrhundert nachgebaut. Einen Vorgriff auf sonnig-warme Zeiten vermittelten die Obst- und Gartenbauer mit ihrem Wagen vom wunderschönen Blütenzauber. In der Gartenwirtschaft eines Eiscafés hatte sich "Leute" aus dem Haus Bostalsee niedergelassen. Die Fußgruppen waren eine Augenweide: Der Elferrat als Bananen mit einem affigen Begleiter, die 125 Jahre alte Kantorei mit ihrer Riesengeburtstagstorte, die Hunolsteiner Suahelis und die Pinguine, die vom Südpol extra zum Bostalsee gekommen waren. Ritter, Schafe und andere teils furchterregende Gestalten bewiesen viel Einfallsreichtum. gtr

Braunshausen. Alleh hopp - Bei sonnigem Frühlingswetter lud der Karnevalsverein Braunshausen in diesem Jahr zum zweiten Mal zu seinem Gaudi-Umzug durch die Straßen. Pünktlich um 15.11 Uhr starteten die zehn Gruppen, angeführt vom örtlichen Musikverein, am Samstag an der alten Grundschule. Eine Stunde zog der Tross, bestehend aus den Wetterhexen, der Garde, dem Prinzenpaar, dem Elferrat, dem Männerballett, den Sexy Mamis, der Feuerwehr, den Mini-Karnevalisten sowie dem Pflegedienst Armin Junker, vorbei an zahlreichen Närrinnen und Narren und warf Kamelle. Endstation war das Bürgerhaus, wo alles für den weiteren Karnevals-Nachmittag für Groß und Klein vorbereitet war. In einem Außen-Zelt gab es die kulinarische Verpflegung - Musikverein, Garde, Wetterhexen, eine Kindergruppe und DJ Dirk sorgten drinnen für ein buntes Programm. Eine gelungen Aktion, deren Fortsetzung bestimmt auch im kommenden Jahr folgen wird. bar