Die kleine "Mauer" ist in FestlauneGesamtwerk bleibt ein TraumAuf den Spuren der Altvorderen

Heisterberg. Heisterberg, im Volksmund weit und breit als die "Mauer" bekannt, ist in Festlaune und dies aus gutem Grund. Der kleine Ort feiert nämlich am zweiten August-Wochenende (14. und 15.) nicht nur seine traditionelle Kirmes sondern auch das 650-jährige Dorfjubiläum. Veranstalter dieser Festlichkeiten ist die Freiwillige Feuerwehr als einziger Verein im Ort

Heisterberg. Heisterberg, im Volksmund weit und breit als die "Mauer" bekannt, ist in Festlaune und dies aus gutem Grund. Der kleine Ort feiert nämlich am zweiten August-Wochenende (14. und 15.) nicht nur seine traditionelle Kirmes sondern auch das 650-jährige Dorfjubiläum. Veranstalter dieser Festlichkeiten ist die Freiwillige Feuerwehr als einziger Verein im Ort. Der Vorstand der Floriansjünger, sagt Löschbezirksführer Wendelin Naumann, ist zugleich der Festausschuss. Das große Ereignis auf der kleinen "Mauer" wird in einem Zelt auf dem Vorplatz des Feuerwehrgerätehauses gefeiert. Schirmherr ist Namborns Bürgermeister Theo Staub (SPD).Festbeginn mit GottesdienstDas Fest beginnt am Samstag, 14. August, um 18 Uhr mit einer Vorabendmesse im Festzelt mit Pfarrer Christian Scheinost und musikalisch umrahmt vom Feuerwehrchor der Gemeinde Namborn unter der Leitung von Fred Schaadt. Ab 21 Uhr kann man nach den Klängen der Gruppe "Big Boppers" das Tanzbein schwingen. Gleichzeitig wird die Cocktailbar eröffnet. Am Sonntag, 15. August (Maria Himmelfahrt), wird ab zehn Uhr der Frühschoppen ausgeschenkt. Ab zwölf Uhr gibt es Mittagessen aus der THW-Küche. Es folgt ein gemütliches Beisammensein bei Kaffee und Kuchen. Zu dem großen Ereignis haben sich sogar Fallschirmspringer angesagt. Sie gehen in Düren in die Luft und werden am Kirmessonntag gegen 14 Uhr auf der Wiese gegenüber des Feuerwehrgerätehauses landen - wenn das Wetter mitspielt. Im Tandem-Sprung ist eine junge Frau aus Namborn dabei, mehr wollte der Feuerwehrschef Wendelin Naumann dazu nicht sagen.Urkunde von 1360 Von Alters her wird der Ort als "Mauer" bezeichnet. Was wohl auf das Auffinden römischer Siedlungsreste beruht. Heisterberg wird 1360 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Es gehörte zum Bereich der Liebenburg, der in der Mitte des 14. Jahrhunderts vom Trierer Kurfürsten von den Grafen von Zweibrücken und den Herren von Kirkel erworben wurde. Darüber und vieles mehr verrät die von Günter Scholl erstellte Ortschronik von Heisterberg, die in einer kleinen Feierstunde am Kirmessonntag ab 14 Uhr vorgestellt wird. Namborn. Vor rund 13 Jahren war die Herausgabe eines gemeinsamen Heimatbuches für alle zehn Ortsteile der Gemeinde Namborn ins Auge gefasst worden. Das ließ sich jedoch aus verschiedenen Gründen nicht verwirklichen, wie Günter Scholl, Verfasser der Ortschronik von Heisterberg, zurückblickt: Nicht in allen zehn Ortsteilen fanden sich zeitgemäß entsprechende Personen bereit, für ein Heimatbuch ihres Ortes beziehungsweise gemeinsames Heimatbuch mitzuwirken. Es wurde befürchtet, dass durch den beschränkten Gesamtumfang des Werkes nicht alle zehn Ortsteile (zwischen 85 Einwohner bis 2000 Einwohner) entsprechend dargestellt werden könnten. Die teilweise für einzelne Orte zusammengetragenen umfangreichen Datenmengen könnten in einem Gesamtwerk nicht vollständig berücksichtig werden. Im Jahre 1997 wurde daher begonnen, in den verschiedenen Orten der Gemeinde Namborn jeweils eigene ortsteilbezogene Heimatbücher aufzulegen. Dies ist zwischenzeitlich für sechs Orte geschehen. Ein Heimatbuch für Eisweiler-Pinsweiler ist seit längerer Zeit in Bearbeitung, so dass lediglich die Orte Namborn und Heisterberg noch nicht abgedeckt wurden. Die Bemühungen für den Ort Namborn sind vorerst wieder eingestellt worden. Leider finden sich hier zur Zeit keine Personen bereit, für ein solches Heimatbuch in dem größten Namborner Gemeindeteil in einem Arbeitskreis oder ähnlichem Gremium mitzuarbeiten. se Heisterberg. Zum 650-jährigen Bestehen von Heisterberg hat Günter Scholl (Foto: privat) eine Ortschronik für eines der kleinsten Dörfer des Landkreises St. Wendel verfasst und herausgegeben. Darin wird die geschichtliche Entwicklung der ehemals selbstständigen Gemeinde Heisterberg im Wandel der Jahrhunderte ausführlich und informativ dargestellt. Was hat Scholl zu dieser mühevollen Kleinarbeit im Alleingang bewogen? Der 70-jährige Gemeindeoberamtsrat erinnert sich: "Anlässlich meiner Mithilfe bei der Zusammentragung verschiedener Fakten und Bilder über Heisterberg für die SZ-Serie "Heimatkundliche Ortporträts" im Jahre 2002 wurde ich von verschiedenen Personen der Dorfbevölkerung zur Erstellung einer eigenen Orts-Chronik für Heisterberg animiert. Diese Anregung habe ich aufgegriffen und mit dem Studium zahlreicher historischer Lektüre sowie der Zusammentragung der verschiedenen Fakten begonnen". Im Rahmen dieser Faktensammlung so Scholl weiter, wurde angeregt, aus der Kenntnis meiner über 40-jährigen Tätigkeit beim Amt Oberkirchen-Namborn beziehungsweise der Gemeinde Namborn auch möglichst viele überörtliche Bereiche darzustellen. Die Ortschronik über Heisterberg mit rund 90 Einwohnern, betont Scholl, biete die Möglichkeit, die insbesondere durch die Gebiets- und Verwaltungsreform zum 1. Januar 1974 eingetretenen Veränderungen auf Ortsteilebene aufzuzeigen. So seien einige Bereiche bei den ehemals selbstständigen Gemeinden in Wegfall gekommen. Andererseits dürfte erkennbar sein, dass viele zwischenzeitlich geschaffene überörtliche Einrichtungen bei der ehemaligen kleinen Gemeinde überhaupt nicht hätten verwirklicht werden können, schreibt Günter Scholl weiter in seinem Vorwort zur Heisterberger Ortschronik. "Dieser Aufgabenstellung konnte nur einer Chronik mit Gliederung nach Sachgebieten gerecht werden, da sie in gewissem Maße gleichzeitig Teile einer Gemeindechronik beinhaltet", so Scholl. Der Verfasser der Heisterberger Chronik wurde von Bernd Müller aus Pinsweiler mit digitaler Bildbearbeitung/-retusche, Grafiken, Transskriptionen, Umschlaggestaltung und Beiträge unterstützt. Die Heisterberger Ortschronik umfasst 270 Seiten, darunter 50 Farbseiten und ist reich bebildert. Das übersichtliche und flott aufgemachte Werk präsentiert, was der Autor bei seinen Recherchen auf den Spuren der Altvorderen zutage gefördert und zusammengetragen hat. Die Heisterberger Ortschronik kostet 20 Euro und hat eine erste Auflage von 250. seVorbestellungen bei Günter Scholl, Telefon (06854) 92052, E-mail: chronik@heisterberg-saar.de

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