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Die Entwicklung am Arbeitsmarkt im Februar 2020 im Landkreis St. Wendel

Arbeitslosigkeit im Kreis St. Wendel leicht gestiegen : Das Hoffen auf die Frühjahrsbelebung

Dynamik am heimischen Arbeitsmarkt lässt weiter nach. Aktuell gibt es im Kreis St. Wendel zehn Prozent weniger freie Jobs als im Vorjahresmonat.

„Deutliche Zeichen einer konjunkturellen Eintrübung“, die sieht Jürgen Haßdenteufel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Saarland auf das Land zukommen, sollte sich die saisonal bedingte Durchgangsarbeitslosigkeit im Frühjahr nicht im gleichen Maße wie in den Vorjahren abbauen. „Abgesehen von der üblichen Flaute über die Wintermonate ist zu beobachten, dass die Dynamik am heimischen Arbeitsmarkt weiter nachlässt“, bilanziert Haßdenteufel. Wie stark sich neben den saisonalen Einflüssen die konjunkturellen Effekte auf den Arbeitsmarkt niederschlagen, werde sich alsbald zeigen.

Die Zahl der Arbeitslosen im Landkreis St. Wendel hat sich gegenüber dem Vormonat um neun erhöht. Die Agentur für Arbeit zählte im Februar laut Mitteilung kreisweit 1628 Arbeitslose. Im Vergleich zum Februar 2019 waren bei Agentur für Arbeit und Jobcenter drei Arbeitslose mehr gemeldet. Die Arbeitslosenquote lag mit 3,4 Prozent um 0,1 Prozentpunkte über dem Wert des Vormonats und genauso hoch wie im Vorjahresmonat. Arbeitsuchenden, aber auch Unternehmen, bei denen es Phasen leerer Auftragsbücher gibt, empfiehlt der Chef der Arbeitsagentur, die Pausen zu nutzen und sich beziehungsweise seine Mitarbeiter beruflich weiter zu bilden. Haßdenteufel ermuntert die Unternehmen: „Nutzen Sie auch die Qualifizierung von bereits bei Ihnen beschäftigten Arbeitnehmern, um Ihren Fachkräftebedarf zu decken. Arbeitsagentur und Jobcenter können dazu finanzielle Hilfen bieten.“ Arbeitslosen und von Arbeitslosigkeit bedrohten Menschen rät er: „Verwirklichen Sie sich beruflich.“ Einen Berufsabschluss oder ein Update der vorhandenen Qualifikation zu erlangen, öffne Türen am Arbeitsmarkt. „Das lohnt sich auch für Menschen über 50, denn es liegen noch einige Jahre Erwerbstätigkeit vor ihnen, die es sinnvoll auszufüllen gilt.“

Die Unterbeschäftigung, die auch Personen erfasst, die an entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maß-nahmen teilnahmen oder aus anderen Gründen nicht mehr als Arbeitslose gezählt wurden, lag im Feb-ruar bei 2493. Das waren 26 Menschen oder 1,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Anteil der Ar-beitslosen an der Unterbeschäftigung betrug 65,3 Prozent. Der Arbeitsmarkt wurde durch arbeitsmarkt-politische Maßnahmen nach Agentur-Angaben um mehr als ein Drittel entlastet.

Bei der Agentur für Arbeit lag die Zahl der Arbeitslosen im Februar bei 879, das waren 24 weniger als im Januar und 72 mehr als vor einem Jahr (plus 8,9 Prozent). Bei den Jüngeren unter 25 Jahren erhöhte sich die Arbeitslosigkeit um 12 auf 94 im Vergleich zum Januar. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Zahl um neun verringert. Die Zahl der Arbeitslosen in der Altersgruppe 50plus lag bei 447. Sie hat sich ge-genüber dem Vorjahr um mehr als ein Fünftel erhöht.

Beim Jobcenter im Landkreis St. Wendel waren im Februar 749 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 33 mehr als im Januar. Damit lag die Zahl der Arbeitslosen um 69 unter dem Vorjahreswert. Ju-gendarbeitslosigkeit ist weiterhin im Bereich der Grundsicherung nicht in nennenswertem Umfang vor-handen. 223 von Arbeitslosigkeit Betroffene waren 50 Jahre und älter. Ihre Zahl hat sich gegenüber dem Vorjahr um 24 verringert. Weniger als ein Drittel der beim Jobcenter registrierten Arbeitslosen war gleichzeitig auch langzeitarbeitslos, also bereits länger als ein Jahr gemeldet. Die Zahl der Langzeitar-beitslosen betrug im Februar 230. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Rückgang um 30.

Die Entwicklung am Arbeitsmarkt im Februar 2020 im Landkreis St. Wendel
Foto: SZ/Müller, Astrid

Im Februar wurden 146 Stellen zur Besetzung gemeldet, 36 mehr als im Vormonat und 34 weniger als vor einem Jahr. Seit Jahresbeginn wurden 256 offene Stellen gemeldet, ein Fünftel weniger als im ver-gleichbaren Vorjahreszeitraum. Aktuell gibt es kreisweit 729 gemeldete freie Jobs (minus 10,9 Prozent gegenüber Vorjahr).

Die meisten offenen Stellen gibt es im Verarbeitenden Gewerbe und im Gastgewerbe. Auch im Handel, im Gesundheits- und Sozialwesen, im freiberuflichen, wissenschaftlichen oder technischen Dienstleistungsbereich und im Öffentlichen Dienst sind die Beschäftigungsmöglichkeiten gut.

Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag im Landkreis St. Wendel im Juni 2019 – das ist der aktuelle Datenstand – mit 27 330 Beschäftigten um 296 über dem Vorjahresniveau (plus 1,1 Prozent).