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Die Arbeit der Unicef-Gruppe St. Wendel unter Corona-Bedingungen

Unicef-Gruppe St. Wendel hilft : Statt lauter Kinderstimmen stille Botschafter

Corona durchkreuzte die Pläne der St. Wendeler Unicef-Gruppe 2020. Bemalte Steine sollten an die Kinderrechte erinnern.

Auf Themen wie Menschenrechte und Kinderschutz aufmerksam zu machen, ist mitunter kein einfaches Unterfangen. Noch schwieriger als sonst gestaltete sich das während des Pandemie-Jahres 2020. „Corona hat uns in vieler Hinsicht einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht, wie vielen anderen Organisationen und Vereinen eben auch“, bilanziert Barbara Thimm-Maldener, Schriftführerin der Unicef-Gruppe St. Wendel. So hatte das Team unter anderem geplant mit der Aktion „Gewalt hinterlässt Spuren“ das Thema Gewalt gegen Kinder in den Fokus zu rücken. Während dies in Saarbrücken Ende Oktober noch gelang, habe die Veranstaltung in der Kreisstadt abgesagt werden müssen.

„Um überhaupt im Bewusstsein der Menschen lebendig zu bleiben, haben wir auf andere Art und Weise, quasi im Stillen, an Unicef erinnert“, berichtet Thimm-Maldener. So habe sie in Oberthal und Team-Kollegin Monika Schmitt-Schorr in St. Wendel zum Weltkindertag viele Steine bemalt. „Immer mit dem Hinweis auf Unicef und mit besonderem Blick auf die Kinderrechte“, so die Schriftführerin. Diese Steine seien dann im September und Oktober an stark frequentierten Wegen ausgelegt worden.

Auch mit Masken, dem Corona-Accessoires schlechthin, machte das Team auf das internationale Kinderhilfswerk aufmerksam. „Ich hatte eine gewisse Anzahl von Schutzmasken aus einem ganz besonderen Stoff genäht, bedruckt mit Kritzel− beziehungsweise Strichmännchen, ähnlich denen aus Unicef-Prospekten“, erzählt Thimm-Maldener. Diese Masken seien dann von Annemarie Kloos, ebenfalls Mitglied im St. Wendeler-Team, gegen Spende im Eine-Welt-Laden und privat verkauft worden. „Der Erlös wurde an Unicef überwiesen.“

Menschen und die Öffentlichkeit zu erreichen, gestaltete sich 2020 aufgrund der Beschränkungen als schwierig. Doch im August ergab sich die Gelegenheit, die Arbeit von Unicef, zusammen mit Amnesty International und dem Eine-Welt-Laden, während eines Radiogottesdienst in der evangelischen Stadtkirche in St. Wendel vorzustellen. Das gemeinsame Thema lautete „Recht und Gerechtigkeit“. Barbara Thimm-Maldener stellte die Arbeit des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen vor, das in rund 150 Ländern Programme unterstützt, damit Kindern ihr Recht auf Überleben, auf Lernen, auf den Schutz vor Gewalt und Ausbeutung, das Recht auf eine saubere Umwelt sowie auf Chancengerechtigkeit gewährleistet wird. „Rund 300 Nothilfe‒Einsätze jährlich leistet Unicef in mehr als 100 Ländern“, so Thimm-Maldener. Sie erinnerte an Aktionen des St. Wendeler Teams wie Benefizkonzerte, Infostände anlässlich des Tags der Kinderrechte oder Schülerläufe, bei denen die Jugendlichen regelmäßig Spenden erlaufen ‒ wobei der Erlös zur Hälfte an Unicef geht und zur Hälfte in ein Schulprojekt fließt. Gerne blickt Thimm-Maldener auf eine besondere Aktion 2019 anlässlich des Jubiläums „30 Jahre Kinderrechte“ zurück. Damals sangen die Kinder aus mehreren St. Wendeler Kindergärten das Lied über die Kinderrechte. Außerdem hatten sie Bilder zu den verschiedenen Kinderrechten gemalt. „Diese wurden zunächst im Rathaus ausgestellt, inzwischen liegen die Bilder gebunden in der Stadt- und Kreisbibliothek aus“, weiß Thimm-Maldener.

Aktuell fehlen nicht nur die größeren Veranstaltungen, auch die Treffen des Unicef-Teams St. Wendel müssen coronabedingt ruhen. In der Regel kommen die Mitstreiter jeden ersten Mittwoch im Monat, jeweils um 18 Uhr, im Adolf-Bender-Zentrum in St. Wendel zusammen. „Wer bei uns mitarbeiten möchte, ist uns jederzeit willkommen“, merkt Thimm-Maldener an.

Barbara Thimm-Maldener, Schriftführerin der Unicef-Gruppe St. Wendel. Foto: Evelyn Schneider

Spendenkonto von Unicef: IBAN: DE57 3702 0500 0000 3000 00 bei der Bank für Sozialwirtschaft in Köln.