1. Saarland
  2. St. Wendel

Deutsch-Französischer Medienpreis für Astronauten Maurer und Pesquet

Großer Deutsch-Französischer Medienpreis : Astronaut Matthias Maurer erhält Auszeichnung in Berlin

Der Große Deutsch-Französische Medienpreis 2021 geht an die Europäische Weltraumorganisation (Esa) und die beiden Astronauten Thomas Pesquet und Matthias Maurer. Letzterer hat die Auszeichnung am Donnerstagabend entgegen genommen. Dabei betonte er seine Verbundenheit zu unserem Nachbarland.

In einer Zeremonie ist der Große Deutsch-Französische Medienpreis (DFJP) am Donnerstagabend an die Europäische Weltraumorganisation (Esa) sowie die beiden Astronauten Matthias Maurer und Thomas Pesquet verliehen worden. Die Feier fand laut eines DFJP-Sprechers auf Einladung des deutsch-französischen Kulturbevollmächtigen, Armin Laschet (CDU), in der Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen in Berlin statt.

Der DFJP-Vorstandsvorsitzende und Intendant des Saarländischen Rundfunks, Martin Grasmück, betonte, dass Wissenschaft und Qualitätsmedien in vielen Bereichen das gleiche Selbstverständnis verbinde: „Beide stehen für Erkenntnis statt Spekulation, für Forschung und Recherche statt Leugnung von Fakten und die Verbreitung von Verschwörungstheorien.“ Die Esa verkörpere darüber hinaus wie kaum eine andere Institution die Notwendigkeit zur europäischen und internationalen Zusammenarbeit. Grasmück sagte: „Ein Deutscher und ein Franzose, beruflich wie privat befreundet, gemeinsam auf der ISS, ein schöneres Symbol für die deutsch-französische Zusammenarbeit kann es aktuell kaum geben.“

Pesquet hält sich bereits seit April im erdnahen Orbit auf, Maurer wird ihm Ende Oktober folgen. Der Astronaut aus der Gemeinde Oberthal fühlt sich geehrt, gemeinsam mit Pesquet für seine Arbeit und die Kooperation mit den Medien ausgezeichnet zu werden. „Als gebürtiger Saarländer war ich schon immer eng mit den französischen Nachbarn verbunden. Vor diesem Hintergrund demnächst zu meinem Freund und Kollegen Thomas ins Weltall zu fliegen, ist für mich das absolute deutsch-französische Highlight.“

Als Kommandant wird Pesquet seinen Kollegen auf der Internationalen Raumstation (ISS) begrüßen. „Ich hoffe, dass wir zehn bis zwölf Tage gemeinsam oben sein werden, sodass mir Thomas ein paar Tricks zeigen kann“, sagte Maurer bei der Preisverleihung. Wenn er und seine amerikanischen Crew-Kollegen auf der ISS ankommen, werden vorübergehend elf Astronauten in dem kosmischen Labor leben. „Da es nicht genug Schlafkabinen für alle gibt, ist es Tradition, dass diejenigen, die als nächstes zur Erde zurückkehren, ihre Schlafquartiere frei machen und die Neuen dort einziehen“, erzählte Maurer. Pesquet werde seine Kabine für ihn räumen und sich für seine letzten Nächte im All einen anderen Schlafplatz suchen. „Das ist auch ein tolles Zeichen der Freundschaft“, findet Maurer.

Der Medienpreis sei eine unglaubliche Auszeichnung. Allerdings liege der Esa nicht nur die deutsch-französische Beziehung am Herzen. „Wir sind Europäer. Ich denke, gemeinsam als Europa können wir sehr vieles erreichen, was wir als einzelne Länder nicht erreichen können“, erklärte Maurer bereits vor der Preisverleihung bei einer Pressekonferenz.

Stimmen zur Preisverleihung

Für den Generaldirektor der Esa, Josef Aschbacher, unterstreicht die Auszeichnung mit dem Großen Deutsch-Französischen Medienpreis, wie wichtig die Erdbeobachtung, die wissenschaftliche Arbeit der Astronauten sowie die Berichterstattung darüber sind, um die aktuellen Herausforderungen der Menschheit zu bewältigen. „Thomas Pesquet ist in den sozialen Netzwerken weltweit einer der am meisten beachteten Astronauten und mit seinen Videos, Bildern und Kommentaren von der ISS begeistert er derzeit das Publikum, vor allem in Frankreich.“

Der Bevollmächtigte für die deutsch-französischen Kulturbeziehungen, der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU), beglückwünschte alle Preisträger und forderte dazu auf, trotz vieler Anfeindungen gegen Journalisten in jüngster Zeit, in dem Bemühen um Aufklärung nicht nachzulassen. Dazu gehöre auch, unbequeme Wahrheiten auszusprechen. Zudem betonte er die Bedeutung internationaler Zusammenarbeit: „Europäische und internationale Wissenschaftskooperation, Forschung im Dienste der Menschheit und lebendiger Dialog mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern – all das verkörpert die Esa und mit ihr das deutsch-französische Astronautenduo Thomas Pesquet und Matthias Maurer. Mit ihrer Zusammenarbeit wird die deutsch-französische Freundschaft erstmals auch ins Weltall getragen.“

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) verwies auf die aktuellen Entwicklungen in vielen Teilen der Welt: „Dort, wo die Pressefreiheit unter die Räder kommt, sind auch die individuellen Freiheiten in höchster Gefahr. Darum ist der Deutsch-Französische Journalistenpreis für uns so wichtig. Er fördert kritischen Qualitätsjournalismus und stärkt unsere Demokratie. Und darum unterstützt das Auswärtige Amt diesen Preis.“

Die französische Kulturministerin, Roselyne Bachelot, betonte die Bedeutung der Esa für die Wissensvermittlung gerade an die jüngere Generation. „Die Arbeit der Astronauten auf der ISS ist ein wunderbares Beispiel dafür, was Europa leisten kann, und sie ist zugleich ein Symbol für wissenschaftliche Expertise im Kampf gegen Manipulation und Desinformation“, so die Ministerin.