Der Weg vom Krämer zum Apotheker

Der Weg vom Krämer zum Apotheker

St. Wendel. Für den Arbeitskreis Stadtgeschichte hatte Apothekerin Dr. Ellen Leibrock allgemeine und besondere Apothekengeschichte zusammengestellt und hielt ihren reich bebilderten Vortrag "Vom Krämer zum Apotheker" in der Stadtbibliothek. Obwohl schon im Mittelalter die Trennung des Apothekers vom Arzt begann, waren die Märkte bis ins 19

St. Wendel. Für den Arbeitskreis Stadtgeschichte hatte Apothekerin Dr. Ellen Leibrock allgemeine und besondere Apothekengeschichte zusammengestellt und hielt ihren reich bebilderten Vortrag "Vom Krämer zum Apotheker" in der Stadtbibliothek. Obwohl schon im Mittelalter die Trennung des Apothekers vom Arzt begann, waren die Märkte bis ins 19. Jahrhundert das gemeinsame Betätigungsfeld von Wundärzten, Barbieren, Zähnebrechern und Händlern, die Kräuter und Gewürze verkauften. Gefragte Medikamente waren Theriak, ein schon in der Antike bekanntes Gegengift aus bis zu 75 Substanzen, und "Mumie" mit Ingredienzien frisch Verstorbener. Im für St.Wendel zuständigen Trier gab es schon im 13. Jahrhundert eine Apotheca, von 1619 datieren eine Apothekenordnung und ein Apotheker-Eid. Während in Saarbrücken und Homburg in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts Apotheken existierten, hat St.Wendel nur von 1747-49 einen Apotheker, Johann Braun. Noch 1792 ist es der Amtschirurg Steininger, der auch Medikamente herstellt, und erst 1799 eröffnet der Apotheker Joseph Markus Ratzen aus St.Goar die Adler-Apotheke in der Schlossgasse. Er verkauft sie 1813 an Friedrich Ludwig Riegel aus Assamstadt, dessen Sohn Ludwig übereignet sie 1897 an Karl Maria Heimbach aus Eschweiler. 1910 kommt diese "Alte" Apotheke in den Besitz der Familie Lohmann und seit 2005 ist Sören Schwarzbeck der Inhaber. 1924 eröffnet Apotheker Kockerols die zweite Apotheke, seit 1940 gehört sie als Wendalinus-Apotheke der Familie Buschmann. Weil nach 1958 Apotheken konzessionsfrei wurden, entstanden seit 1959 in St. Wendel sieben weitere; heute sind es insgesamt acht. Ein Studium der Pharmazie ist seit 1872 erforderlich. sti

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