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Der etwas andere Englisch-Unterricht

Der etwas andere Englisch-Unterricht

St. Wendel. Die Spannung ist fast mit Händen zu greifen. Erwartungsvoll und mit großer Vorfreude stehen die Schüler in der Aula des Cusanus-Gymnasiums. Großer Besuch hat sich angekündigt. Richtig großer. Einige der jüngeren Schüler halten Stift und Zettel bereit und warten. Als es läutet und die Schülerscharen aus den Klassenräumen strömen, ragen fünf Männer aus der Menge hervor

St. Wendel. Die Spannung ist fast mit Händen zu greifen. Erwartungsvoll und mit großer Vorfreude stehen die Schüler in der Aula des Cusanus-Gymnasiums. Großer Besuch hat sich angekündigt. Richtig großer. Einige der jüngeren Schüler halten Stift und Zettel bereit und warten. Als es läutet und die Schülerscharen aus den Klassenräumen strömen, ragen fünf Männer aus der Menge hervor. Fast alle von ihnen sind über zwei Meter groß. Es sind Profi-Basketballer, Spieler der Saar-Pfalz Braves, dem saarländischen Zweitligisten, der in Homburg trainiert und spielt - und der vergangene Saison den Aufstieg in die erste Liga nur knapp verpasst hat.Am ersten Schultag nach den Faschingsferien kamen fünf der Spieler zu Besuch ins St. Wendeler Gymnasium. Auf dem Programm stand neben der Autogrammstunde unter anderem eine Unterrichtsstunde mit den Englisch-Leistungskursen der elften Klasse. Die Schüler bekamen die Möglichkeit, den Profis Fragen zu stellen und sich mit ihnen zu unterhalten. "Alles natürlich auf Englisch. Den Schülern soll bewusst werden, dass Englisch eine Sprache ist, die auch wirklich gesprochen wird und dass es um mehr geht als nur die Grammatik, die wir in der Schule lernen", sagt Holger Büsche, Englischlehrer am Cusanus. Zu Beginn waren die Schüler noch zurückhaltend, erst nach und nach trauten sie sich, ihre Fragen in der Fremdsprache zu stellen. "Wir sprechen hauptsächlich Englisch während des Trainings und der Spiele, so können wir einfach am besten miteinander kommunizieren", erzählt der 2,09 Meter große Center Robert Oehle. Insgesamt fünf Spieler der Braves sind US-Amerikaner, darunter auch die Aufbauspieler Stephen Cramer und Jason Jamerson, die beide ebenfalls zu Besuch am Cusanus-Gymnasium sind.

Nach der ungewöhnlichen Englischstunde schreiben die Profisportler in der Aula geduldig Autogramme für ihre kleinen Fans und lassen sich Dutzende Male fotografieren. Bevor es anschließend eher praktisch weitergeht: mit einer Sportstunde mit den drei Sportkursen der zwölften Klassenstufe. Neben Dribblings und Korblegern zeigten die Profis auch den ein oder anderen Trick. Und die Schüler passten genau auf. "Wer träumt nicht davon, einen Profisportler mal in echt zu sehen. Dann auch noch mit ihm zu trainieren, ist toll", schwärmt Marco Guthoerl (18) aus Hasborn. Die ebenfalls 18-jährigen Ina Degen aus Osterbrücken und Kagithiri Srikantharajah aus St. Wendel spielen selbst seit vier Jahren beim TV St. Wendel Basketball. "Wir finden es gut, dass nicht immer nur Fußball ein Thema ist, sondern auch andere Sportarten wie Basketball in den Mittelpunkt gerückt werden."

Seit 2007 besuchen Spieler der Braves Schulen in Rheinland-Pfalz und dem Saarland, um für ihren Sport Fans und Nachwuchsspieler zu werben, denn "Basketball ist in Deutschland leider noch eine Randsportart", stellt Mirko Damjanovic, Dreierspezialist der Braves, nüchtern fest. Der Besuch der Basketballer hat da sicher geholfen. Der Organisator und verantwortliche Lehrer Matthias Hans war jedenfalls zufrieden: " Es war uns eine große Ehre, als erste Schule im Landkreis St. Wendel die Saar-Pfalz Braves zu Gast zu haben. Wir hoffen, den Schülern durch den Besuch der Profis zu vermitteln, dass man es nur durch Bereitschaft, festen Willen und Disziplin zu etwas bringen kann. Ganz egal, ob im Sport oder im schulischen Bereich." "Wir hoffen, den Schülern dadurch zu vermitteln, dass man es nur durch festen Willen und Disziplin zu etwas bringen kann."

Lehrer Matthias Hans

Auf einen Blick

Am kommenden Montag findet eine weitere Veranstaltung der Reihe braves@school statt: Diesmal zwischen 10 und 13.30 Uhr an der Gesamtschule Marpingen.

Seit der Saison 2007/08 haben Schulen und soziale Einrichtungen die Möglichkeit, mit Spielern der Braves einen Vormittag zu verbringen. Bewerbungen dazu sind möglich unter schulen@saar-pfalz-braves.de red