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Fußball: Der Bankengipfel von Marpingen

Fußball : Der Bankengipfel von Marpingen

Mit einem klaren 3:0-Erfolg ist Aufsteiger SG Marpingen-Urexweiler stark in die Verbandsliga-Saison gestartet. Nun steht prompt ein Derby an – und das Kirmensspiel. Gegen eine Mannschaft, die zum Auftakt auch gewonnen hat.

Sie haben den gleichen Job, arbeiten nur knapp 200 Meter voneinander getrennt: Sören Recktenwald von Verbandsliga-Aufsteiger SG Marpingen-Urexweiler und Stefan Groß vom VfB Theley. Beide sind Bankangestellte in Marpingen – und auch wenn sie bei verschiedenen Instituten arbeiten, werden sie sich am Wochenende zwangsläufig häufig über den Weg laufen. Am Samstag, 16 Uhr, treffen die SG und der VfB Theley im Kirmesspiel und Lokalderby der Fußball-Verbandsliga im Marpinger Alstalstadion aufeinander. Und die beiden Banker wollen mit ihren Mannschaften beim Kassensturz das Guthaben auf dem Punkte-Konto erhöhen.

„Ein Kirmesspiel ist für uns etwas Besonderes, da wird jeder alles geben“, prophezeit Recktenwald. Im Sommer ist der Mittelfeldspieler nach errungener Saarlandliga-Meisterschaft und geschafftem Oberliga-Aufstieg mit dem FV Eppelborn zur SG Marpingen-Urexweiler zurückgekehrt. „Der zeitliche Aufwand, in der Oberliga zu spielen, wäre einfach zu groß gewesen, und es war an der Zeit für mich, andere Prioritäten zu setzen. Marpingen ist mein Heimatverein, da wohnen und spielen viele meiner Freunde“, sagt der 28-Jährige.

Nicht nur dem Freundeskreis, sondern auch seinem früheren Trainer Oliver Braue ist er bei der SG wieder in die Arme gelaufen. In seinem zweiten Jahr bei der SG setzt Braue weiter auf die mannschaftliche Geschlossenheit. Ein großes Plus sieht Recktenwald darin, dass fast alle Spieler aus Marpingen und Urexweiler kommen und sich mit der vor einem Jahr gestarteten Fusion identifizieren.

Mit einem überraschenden 2:0-Erfolg beim SV Merchweiler ist der Aufsteiger bärenstark in die Saison gestartet. An der taktischen 5-4-1-Ausrichtung hat sich der Meisterschaftsmitfavorit die Zähne ausgebissen. „Auf allen Positionen haben wir super gearbeitet, zu null gespielt und eine sehr gute Leistung abgeliefert“, schwärmt Recktenwald, der bei seinem Comeback auch gleich den 1:0-Führungstreffer erzielt hatte. Den kommenden Gegner Theley kenne er zu wenig, um ihn genau einschätzen zu können, sagt er. Doch der Zufall will es, dass sich Recktenwald und sein Berufskollege Groß (27) am Samstag im Mittelfeld oft über den Weg laufen werden. „Marpingen hat sich gut verstärkt, steht in der Defensive sicher und macht vorne seine Tore“, ahnt Theleys Mittelfeldspieler Groß, dass auf sein Team viel Arbeit zukommen wird. Deshalb müssten er uns seine Mannschaftskollegen im Derby an den guten Auftritt in Hälfte eins des Spiels gegen Rohrbach anknüpfen. 3:0 gewann Theley. „100 Prozent an Einsatzwille und Leidenschaft muss jeder bringen“, fordert Groß.

Ob der neue VfB-Trainer Kai Decker allerdings seine eingespielte Innenverteidigung auf den Platz schicken kann, ist noch fraglich. Daniel Dworowy hat sich gegen Rohrbach eine Bänderverletzung zugezogen, Norman Scherer einen Haarriss im Zeh. „Wenn beide fehlen sollten, würde es hinten für uns personell eng“, befürchtet Groß.

Wegen eines Außenbandrisses fällt zudem der kroatische Neuzugang Sime Saric weiter aus. „Von der Grundordnung hat sich bei unserem Spiel nichts geändert, aber wir spielen schneller vorne in die Spitze“, erklärt Groß den Unterschied, nachdem Decker den Übungsleiterposten von Spielertrainer Nico Lalla übernommen hat.

 Sören Recktenwald konnte im vergangenen Jahr mit Eppelborn die Meisterschaft in der Saarlandliga feiern. Nun kehrte er nach Marpingen zurück.
Sören Recktenwald konnte im vergangenen Jahr mit Eppelborn die Meisterschaft in der Saarlandliga feiern. Nun kehrte er nach Marpingen zurück. Foto: Rolf Ruppenthal/Ruppenthal

Liga-Konkurrent FC Freisen muss an diesem Sonntag, 15 Uhr, beim ebenfalls mit einer Niederlage gestarteten SV Habach ran, der VfL Primstal II, nach dem ersten Spieltag Schlusslicht, empfängt den Tabellenvierten SG Ballweiler-Wecklingen-Wolfersweiler (Sonntag, 16 Uhr).