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"Das kann nicht wahr sein"

"Das kann nicht wahr sein"

Hasborn. So einen Treffer sieht man in der Fußball-Oberliga nicht alle Tage: Mit einem sehenswerten Freistoß-Trick erzielte Borussia Neunkirchen im Saarderby beim SV Hasborn zehn Minuten vor dem Schlusspfiff den 2:1-Siegtreffer

Hasborn. So einen Treffer sieht man in der Fußball-Oberliga nicht alle Tage: Mit einem sehenswerten Freistoß-Trick erzielte Borussia Neunkirchen im Saarderby beim SV Hasborn zehn Minuten vor dem Schlusspfiff den 2:1-Siegtreffer. Ex-Profi Nico Patschinski, im Winter von Regionalligist Eintracht Trier nach Neunkirchen gewechselt, deutete einen Schuss an, lupfte dann aber das Leder über die Hasborner Abwehrmauer zum freistehenden Deniz Siga. Der beförderte die Kugel wuchtig vors Tor, und am zweiten Pfosten stand Almir Delic goldrichtig und drückte den Ball über die Linie. "Das war eine alte Trierer Variante, die wir mit Trainer Paul Linz dort mal einstudiert hatten", erklärte Patschinski nach dem Schlusspfiff grinsend. Dass der 34-Jährige gut Lachen hatte, war kein Wunder. Schließlich hatte er schon elf Minuten vor dem Siegtor selbst getroffen - es war im zweiten Spiel bereits Treffer Nummer drei. Aus 18 Metern traf der Ex-Profi per Freistoß. Dass dieser durch die Mauer ging, ärgerte Hasborns Trainer Gerd Warken maßlos. "Da zieht ein Spieler von uns den Kopf ein, das kann nicht wahr sein."Das 1:1 war gleichzeitig die Wende in einem Spiel, das durchaus auch Hasborn hätte gewinnen können. Die Rot-Weißen waren drei Minuten nach der Pause durch Peter Lauer in Führung gegangen. Nach einer Hereingabe von Jan Stutz hatte Borussen-Schlussmann Sebastian Grub den Ball eigentlich schon sicher. Doch dann ließ er das Leder noch einmal aus den Händen gleiten. Lauer war zur Stelle und staubte zum 1:0 für die Gastgeber ab.

Die Borussen waren nun verunsichert, und Hasborn hatte Riesenmöglichkeiten, um das 2:0 nachzulegen. So schoss Lauer in der 52. Minute knapp am langen Pfosten vorbei. Mannschaftskollege Heiko Weber scheiterte vier Minuten später völlig freistehend an Grub. Nach einer Stunde hatte schließlich Hasborns Christian Hero Pech, dass er nur das Außennetz traf. Erst danach fingen sich die Borussen wieder - und nach dem Ausgleich hatten die Hüttenstädter endgültig Oberwasser. "Sicher war der Sieg etwas glücklich", gab auch Patschinski zu, nachdem er vom Jubeln mit den mitgereisten Borussen-Anhängern zurückgekommen war. Gar nicht nach Jubeln war dagegen den Gastgebern zumute. "Wir haben am Samstag beim 1:1 in Pirmasens und gegen Neunkirchen richtig gut gespielt. Wir hatten in beiden Spielen ganz viele Möglichkeiten und dann kommt am Ende nur ein Punkt dabei heraus", ärgerte sich Warken.

Die nächste Chance zu punkten hat seine Elf dabei bereits am Samstag. Dann spielt Hasborn um 15.30 Uhr zu Hause gegen Tabellenachten, die SG Betzdorf. "Betzdorf hat sehr starke Stürmer, da müssen wir aufpassen", warnt Warken. "Sicher war der Sieg etwas glücklich."

Borussen-Torschütze

Nico Patschinski