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Coronavirus veranlasst Kunden im Landkreis St. Wendel zu Vorratskäufen

Leergeräumte Regale : Das Corona-Virus fegt die Regale leer

Aus Sorge vor dem Erreger stocken viele Deutsche ihre Vorräte auf. Auch in St. Wendel sind manche Artikel nicht mehr zu bekommen.

Obwohl es aktuell noch keinen bestätigten Corona-Infizierten im Landkreis St. Wendel gibt, sind viele Bürger beunruhigt und bereiten sich auf eine eingeschränkte Warenverfügbarkeit vor. Wer in den vergangenen Tagen einkaufen war, stand bei bestimmten Artikeln vor leeren Regalen.

„In einigen Regionen und Filialen verzeichnen wir deutlich erhöhte Abverkäufe. Besonders Artikel aus dem Trockensortiment wie Konserven und Nudeln werden aktuell stark nachgefragt“, berichtet eine Sprecherin der Pressestelle Lidl Deutschland. Andere Discounter berichten von ähnlichen Beobachtungen. „Wir stellen in unseren Wasgau-Frischemärkten vereinzelt eine erhöhte Nachfrage bei haltbaren Lebensmitteln aus dem Trocken- und Konservensortiment fest“, teilt Claas Maennel mit. Er ist Referent für Nachhaltigkeit der Wasgau-AG. Alle der kontaktierten Supermarktketten kündigen entsprechende Gegenmaßnahmen an. So sagt beispielsweise Jan-Uwe Eichelberg, Geschäftsleiter im Globus St. Wendel: „Wir sind auf die verstärkte Nachfrage vorbereitet und haben unsere Lagerbestände erhöht.“

Körperpflegeartikel wie Flüssigseife, Desinfektionsmittel und Toilettenpapier sind momentan ebenfalls Mangelware bei vielen Discountern im Landkreis St. Wendel. „Wir beobachten, dass die Nachfrage nach Hygiene-Produkten stark steigt“, erklärt dm-Geschäftsführerin Kerstin Erb in einer Pressemitteilung des Drogeriekonzerns. Viele Artikel seien derzeit nahezu nicht mehr verfügbar. „Wir arbeiten daran, die Verfügbarkeit der Produkte in unseren dm-Märkten sicherzustellen“, kündigt Erb an.

Doch der Erreger Covid-19 stellt nicht nur die großen Discounter-Ketten vor Probleme, auch Apotheken im Landkreis St. Wendel sind von den Vorratskäufen betroffen. „Schutzmasken sind momentan ausverkauft und wir haben auch keine Möglichkeit, sie bei unseren Lieferanten zu bestellen“, sagt der Inhaber der Glocken-Apotheke in St. Wendel, Josef Hans Fischer. Außerdem berichtet er, dass die Handdesinfektionsmittel ausverkauft seien. Allerdings könnten diese vor Ort hergestellt werden, sodass es in diesem Fall zu keiner Knappheit kommen könne. Laut Fischer kamen die Hamsterkäufe unerwartet, daher habe man sich nicht darauf einstellen können. „Mittlerweile sind wir jedoch auf eine erhöhte Nachfrage vorbereitet. Allerdings gehe ich davon aus, dass die Hysterie vier Wochen anhält und sich dann wieder legt“, vermutet der Inhaber der Glocken-Apotheke. Auf die Frage, ob er es für sinnvoll hält, Schutzmasken in der aktuellen Lage zu horten, entgegnet er: „Nein, es ist maßlos übertrieben und reine Panikmache. Der Atemschutz ist für Infizierte gedacht, sodass die Ansteckungsgefahr, die von ihnen ausgeht, vermindert wird. Er schützt allerdings nicht effektiv vor der Infizierung mit dem Coronavirus.“