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Coronavirus: St. Wendels Test-Zentrum geht an den Start

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Ab Mittwoch, 25. März, können sich Patienten auf dem Gelände der Heeresinstandsetzungslogistik auf das Coronavirus hin überprüfen lassen.

Im Kampf gegen das Coronavirus greift nun auch die Bundeswehr ein. 17 Soldaten sind am Dienstagmittag nach St. Wendel ausgerückt, um auf dem Gelände der Heeresinstandsetzungslogistik (Hil) ein sogenanntes Drive-In-Test-Zentrum zu errichten. Dieses ist ab Mittwoch, 25. März, täglich jeweils von 10 bis 14 Uhr geöffnet – auch am Wochenende.

Wie viele Personen das Angebot wohl am ersten Tag nutzen werden, kann Landrat Udo Recktenwald (CDU) nur schwer abschätzen. „Wir wissen nicht, wie viele Überweisungen die Hausärzte ausgestellt haben“, erklärt er. Doch ohne die läuft nichts. Wer keine ärztliche Bescheinigung vorlegen kann, darf erst gar nicht auf das Gelände und wird wieder weggeschickt. Nach wie vor gilt: Wer Symptome hat, muss sich zunächst telefonisch beim Hausarzt melden. „Erst wenn dieser einen Test für notwendig hält und eine Überweisung ausgestellt hat, dürfen die Betroffenen hierher zur Drive-In-Station kommen“, erläutert Recktenwald das Prozedere.

Das Test-Zentrum befindet sich unter freiem Himmel auf dem Hil-Mitarbeiter-Parkplatz. Dort haben die Soldaten ein Zelt aufgebaut, in welchem sie die notwendigen Materialien und später auch die Proben lagern können. Außerdem gibt es drei mit rot-weißem Flatterband abgegrenzte Fahrstreifen. Die Patienten fahren vorne am Eingangstor auf das Gelände, ordnen sich in einer Spur ein und halten quasi direkt vor dem Arzt an. Dieser nimmt durch das geöffnete Fenster des Autos den Abstrich im Rachenraum vor. Danach verlassen die Betroffenen das Gelände wieder.

„Der Platz hier ist wirklich optimal. Wir hatten zuerst überlegt, das Zentrum am Gesundheitsamt zu errichten. Aber dort wäre es viel zu eng gewesen“, sagt Recktenwald. Er freue sich über die Unterstützung der Bundeswehr. Sein Dank gelte aber auch dem saarländischen Innenminister Klaus Bouillon (CDU), der das Ganze in die Wege geleitet habe. „Das ist hier wirklich gut durchdacht“, lobt der Landrat. Er ist zuversichtlich, dass am St. Wendeler Test-Zentrum kein Chaos entstehen werde, wie es in anderen Landkreisen teils der Fall war.

Um einen reibungslosen Ablauf kümmern sich die Bundeswehr und die Kassenärztliche Vereinigung (KV). Die KV stellt einen Arzt, elf Soldaten unterstützen ihn bei seiner Arbeit und transportieren beispielsweise auch die Proben ins Labor nach St. Ingbert. Anfangs solle nur ein Fahrstreifen geöffnet werden. „Bei Bedarf können wir aber jederzeit noch die beiden anderen hinzunehmen und auch noch weitere Ärzte anfordern“, erläutert Patrick Gotthard, Leiter des Kreisverbindungskommandos in St. Wendel. 50 Tests sollen pro Stunde und Spur möglich sein. Bei einer Betriebszeit von vier Stunden also etwa 200 Tests. „Wenn wir alle drei Spuren öffnen und alle Ärzte vor Ort sind, schaffen wir 600 Tests pro Tag“, rechnet Gotthard vor.

Diese hohe Zahl an Abstrichen sei vor allem möglich, weil durch das Drive-In-Konzept viel Zeit gespart werden könne. Und es gibt noch einen weiteren Vorteil: „Dadurch, dass die Patienten durchgehend in ihren Autos sitzen bleiben, kommt es zu keinerlei Kontakt“, erläutert Recktenwald. Infizierte und Gesunde würden sich nicht begegnen. Auch das Test-Team sei so bestmöglich geschützt.

Landrat Udo Recktenwald (Mitte) schaut sich den Aufbau der Drive-In-Test-Station auf dem Gelände der Heeresinstandsetzungslogistik in St. Wendel an. Foto: Sarah Konrad
Insgesamt 17 Soldaten haben am Dienstagmittag den Aufbau des Zeltes übernommen, welches zum Test-Zentrum gehört. Foto: Sarah Konrad

Für den Start des Zentrums wünscht sich der Landrat möglichst viele Abstriche. „Ich bin froh für jeden, der getestet wird“, betont er. Das entspreche schließlich der Strategie des Landkreises St. Wendel: „Wir wollen so viele Kontaktpersonen wie möglich ausfindig machen, um so eine weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern.“ Das sei die einzige Chance, den Kampf gegen die Pandemie zu gewinnen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Test-Zentrum in St. Wendel aufgebaut