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Coronavirus im Landkreis St. Wendel: Fleißige Näher unterstützen Krisenstab

Coronavirus im Landkreis St. Wendel : Fleißige Näher unterstützen den Krisenstab

Auf die Menschen im St. Wendeler Land ist Verlass: Am vergangenen Donnerstag hatte der Krisenstab um Hilfe beim Nähen von Schutzmasken gebeten, am Dienstag sind bereits die ersten eingetroffen.

„Es haben sich etwa 50 Personen gemeldet und ihre Unterstützung angeboten“, berichtet Frank Feid, der den Aufruf gestartet hatte. Er geht davon aus, dass zwischen 1000 und 2000 Masken zusammenkommen werden. „Manche Helfer haben zugesagt, dass sie 50 Stück pro Woche fertigen können. Andere schaffen nur fünf. Aber wir freuen uns über jeden Beitrag. Es ist toll, dass sich die Menschen so viel Mühe machen“, ist Feid begeistert.

Bei den meisten Freiwilligen handele es sich um Privatpersonen, außerdem hätten sich noch zwei kleinere Schneidereien gemeldet. „Sie nähen alle ehrenamtlich“, betont Feid. Zahlreiche Helfer würden auch das Rohmaterial stellen. Allerdings seien einigen Nähern bereits die benötigten Gummi-Bänder ausgegangen. „Wir haben welche organisiert. Die Lieferung trifft wohl Ende der Woche ein, dann werden wir die Materialien verteilen“, sagt er.

Das Team des St. Wendeler Krisenstabs geht davon aus, dass im Falle einer Lockerung der Ausgangsbeschränkungen auch eine Maskenpflicht kommen werde. „Darauf möchten wir vorbereitet sein“, erläutert Feid. Ziel sei es, zunächst einmal genügend Schutzmasken zu sammeln. Diese könnten bei Bedarf verteilt werden – etwa an ältere und gefährdete Menschen oder auch an Seniorenheime. „So wollen wir verhindern, dass dem medizinischen Personal in Krankenhäusern die Masken weggenommen werden“, sagt Feid. Denn zertifizierte Atemmasken seien derzeit auf dem Markt immer noch Mangelware.

In diesem Zusammenhang weist er auch darauf hin, dass selbst genähte Masken keinen hundertprozentigen Schutz gegen eine Infektion mit dem Coronavirus bieten. Sie würden vielmehr wie eine Art Partikel-Filter wirken. „Die selbst genähten Masken schützen nicht den Träger, sondern seine Mitmenschen“, erläutert Feid. Denn der Stoff vor Mund und Nase verhindere, dass die Nies- und Hustenpartikel auf andere Personen übertragen werden. Je mehr Menschen also selbst genähte Masken etwa in öffentlichen Verkehrsmitteln oder Supermärkten tragen, desto wirkungsvoller sind sie. „Die Infektionsgefahr lässt sich dadurch ganz massiv reduzieren“, weiß das Mitglied des Krisenstabs. Feid warnt jedoch: Menschen, die einen Mund- und Nasenschutz anziehen, müssten dennoch weiterhin die Abstands- und Hygiene-Regeln beachten. „Diese werden durch die Masken nicht außer Kraft gesetzt.“