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Bürgermeister Rausch: An der Schließung führt kein Weg vorbei

Bürgermeister Rausch: An der Schließung führt kein Weg vorbei

Oberthal. "Man erkennt, dass sich die Bürger Gedanken über die Zukunft des Schwimmbades gemacht haben und sie sich schwer tun mit der Entscheidung." Mit diesen Worten kommentiert der Oberthaler Bürgermeister Stephan Rausch die SZ-Umfrage über das Oberthaler Freibad (wir berichteten)

Oberthal. "Man erkennt, dass sich die Bürger Gedanken über die Zukunft des Schwimmbades gemacht haben und sie sich schwer tun mit der Entscheidung." Mit diesen Worten kommentiert der Oberthaler Bürgermeister Stephan Rausch die SZ-Umfrage über das Oberthaler Freibad (wir berichteten). "Die Oberthaler hängen an dem Bad, das ist doch verständlich", so der Bürgermeister weiter. Trotzdem: "An der Schließung führt kein Weg vorbei."1232 Teilnehmer hatten bei der Telefon- und Online-Umfrage der SZ zur Zukunft des Bades mitgemacht. 50,8 Prozent sprachen sich dafür aus, das Bad zu erhalten, auch wenn die Gemeinde dafür Steuern und Gebühren erhöhen muss. 47,6 Prozent waren für die sofortige Schließung des Bades. Und nur 1,6 Prozent stimmten dem Gemeinderat zu, der beschlossen hat, das Bad dieses Jahr nicht mehr zu öffnen und erst nächstes Jahr endgültig zu entscheiden.

Für eine umfassende Sanierung für 2,9 Millionen Euro oder gar einen Neubau gibt es keinen Landeszuschuss. Das ist laut Bürgermeister Stephan Rausch Fakt. Und alleine kann die Gemeinde die Finanzierung nicht stemmen. Immer wieder zu versuchen, das Bad mit der völlig veralteten Technik in Betrieb zu halten, mache auf Dauer keinen Sinn. Mehr als zwei Meter hoch stand das Wasser vor einigen Wochen in dem Technikgebäude, das leergepumpt werden musste. Allein diesen Schaden zu beheben, würde laut Bürgermeister 50 000 Euro kosten. "Und dann sind wir immer noch auf dem alten Stand", sagt Bauhofsleiter Uwe Schu. Will heißen, dass es wie im letzten Jahr äußerst schwierig wird, die Hygienevorschriften einzuhalten. Das Kinderbecken habe man ja schließen müssen. Darüber hinaus mehrmals täglich die Wasserqualität testen und die Ergebnisse ans Gesundheitsamt schicken müssen. Rausch: "Nur deshalb haben wir eine Ausnahmegenehmigung in den letzten beiden Jahren bekommen." Auf Dauer gehe dies nicht so weiter. Schu ergänzt: "Das ist Flickschusterei."

Hinzu kommt, dass die Gemeinde in den kommenden Jahren erheblich Geld einsparen muss. Das Land hat alle Kommunen verpflichtet, die Schuldenbremse zu ziehen und in diesem Jahr fünf Prozent ihres strukturellen Defizites einzusparen. In den Folgejahren sind es jeweils weitere zehn Prozent.

Das strukturelle Defizit von Oberthal beläuft sich laut Kämmerer Jochen Klemm auf 400 000 Euro. Dieses muss Oberthal in diesem Jahr um 20 000 Euro abbauen, in den kommenden Jahren um jährlich 40 000 Euro. Das Oberthaler Bad hat im vergangenen Jahr ein Defizit von 170 000 Euro verursacht. Hinzu kämen vor einer erneuten Öffnung noch einmal 50 000 Euro, um den Wasserschaden zu beheben. Mit der Schließung des Bades erfüllt Oberthal in den nächsten Jahren die Sparauflagen.

Bleibe das Bad offen, so der Verwaltungschef, müsse bei anderen freiwilligen Ausgaben gespart werden. Zu diesen zählen zum Beispiel die Unterhaltung der Hallen, die Zuschüsse an Vereine und die Gemeindebuslinie. Auch Steuererhöhungen bringen laut Bürgermeister nicht viel. Die Grundsteuer um zehn Prozent zu erhöhen, mache gerade mal ein Plus von 13 000 Euro aus, die Erhöhung der Gewerbesteuer um zehn Prozent ein Plus von 8000 Euro.

Auf einen Blick

Die Sanierung des Freibades kostet 2,9 Millionen. Für den Neubau des Bades müssen 3,3 Millionen Euro ausgegeben werden. Die Kosten für den Bau eines Naturbades betragen 2,6 Millionen Euro. Bei dieser Lösung fällt aber ein Großteil der Liegewiese weg, weil diese Fläche für den Filter gebraucht wird. red