Tourismus: Bostalsee als Besuchermagnet im Kreis

Tourismus : Bostalsee als Besuchermagnet im Kreis

Das St. Wendeler Land ist die Tourismusregion im Saarland. Ein Drittel aller Übernachtungen werden hier registriert. Das zeigen die Zahlen des vergangenen Jahres.

Ein Ehepaar aus dem Saarland sitzt auf der Terrasse beim Haupteingang des Center-Parcs. Beide genießen ihren Milchkaffee und beobachten die Menschen, blicken auf den blauen See mit den Tret- und Segelbooten: „Das ist wie Urlaub“, sagt die Frau. „Das ist Urlaub“, ergänzt ihr Mann.

Recht haben sie. Denn für Naherholungssuchende und für Touristen spielen der Bostalsee und das St. Wendeler Land eine wachsende Rolle. Die einen steuern die Region für einen Ausflug an, die anderen verbringen hier mehrere Tage. Der Landkreis St. Wendel ist die Tourismusregion im Saarland. Das belegen auch die Zahlen des vergangenen Jahres: 982 000 Übernachtungen weist die Statistik für den Landkreis St. Wendel aus, ein Plus von 4,2 Prozent. Rund 250 000 Gäste (plus 1,1 Prozent) haben in der Region Urlaub gemacht. Gezählt haben die Statistiker dabei Übernachtungsbetriebe ab zehn Betten, den Campingplatz am Bostalsee und private Angebote.

„Das St. Wendeler Land stellt damit fast ein Drittel aller Übernachtungen im Saarland“, freut sich Martina Scheer, Leiterin der Tourist-Information. „Die Zahlen belegen, dass es in der touristischen Entwicklung weiter aufwärts geht“, unterstreicht Landrat Udo Recktenwald (CDU). Beide  erläutern im SZ-Gespräch die wichtigsten Fakten zum Tourismus im Landkreis. Der sei ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in der Region. So sei die Wertschöpfung erneut gestiegen auf einen Netto-Umsatz von 195,58 Millionen Euro.

Im Schnitt bleiben die Gäste 3,9 Tage. Die meisten Besucher kommen aus Deutschland. Etwa 185 000 Übernachtungen haben ausländische Gäste 2017 gebucht. Damit ist das St. Wendeler Land Spitzenreiter im Saarland, vor dem Regionalverband Saarbrücken mit 128 000 Übernachtungen von Ausländern. Die Gemeinde Nohfelden liegt  mit 167 000 Übernachtungen an einsamer Spitze aller Kommunen im Land. Zurückzuführen ist dies laut Scheer im Wesentlichen auf den Ferienpark am Bostalsee und die ADAC-Rallye.

Übrigens, die meisten ausländischen Besucher kommen aus den Niederlanden, gefolgt von Belgien, Frankreich und der Schweiz. Mit passenden Angeboten will die Tourist-Info mit ihren Partnern verschiedene Zielgruppen ansprechen. So zum Beispiel Radsportler: Ins Radwegenetz wird investiert. Scheer nennt den Ausbau der Alten Trierer Straße und den geplanten Freizeitweg zwischen Freisen, Nohfelden und Nonnweiler.

Für Radler gibt es eine Reihe von Rad-Wegen und Mountainbike-Touren. Seit dem vergangenen Jahr auch sieben Rennradstrecken. Das IVV-Wanderwegenetz ist überarbeitet worden. Eine neue Wanderkarte der Region hat die Tourist-Info herausgebracht, Flyer präsentieren alle Premiumwanderwege.

Die Touristiker wollen auch verstärkt hörgeschädigten Menschen die Möglichkeit bieten, im St. Wendeler Land Urlaub zu machen. Dabei arbeite man mit verschiedenen Unternehmen, wie den Bosenbergkliniken, der Uniklinik in Homburg oder dem Tinnitus- und Hörzentrum Neunkirchen zusammen.

Die Entwicklung im St. Wendeler Land werde auch bundesweit positiv wahrgenommen, so Scheer.  So wurde die Seezeitlodge schon Im Jahr ihrer Eröffnung von dem Magazin Geo in die Liste der 100 besten Hotels in ganz Europa aufgenommen. Der  Ferienpark Bostalsee wurde zum zweiten Mal zum Besten aller Center-Parcs gewählt. Der St. Wendeler Weihnachtsmarkt kam bei einer Geo-Bewertung schon zum zweiten Mal auf Platz zwei der schönsten deutschen Weihnachtsmärkte.

Wichtige Aufgaben der Tourist-Info sind die Vermarktung der Region sowie die Qualitätssicherung und -verbesserung der Angebote und Betriebe im Landkreis. So haben Mitarbeiter der Tourist-Info im abgelaufenen Jahr 15 Messen und Werbeveranstaltungen besucht. Eine Initiative richtete sich an den Gruppentourismus. Hier sei man in die Kataloge mehrerer Reiseveranstalter aufgenommen worden. Broschüren in Französisch, Englisch und Niederländisch sollen Interessierte in diesen Sprachregionen ansprechen.

Neben gedruckten Informationen spielt das Internet eine immer größere Rolle, wenn sich Gäste über das St. Wendeler Land informieren wollen. Die jährlichen Seitenaufrufe der Tourist-Information belaufen sich auf 1,5 Millionen. Im Innenmarketing geht es um die Klassifizierung und Beratung der Betriebe. Der wöchentliche Animationskalender erfülle eine wichtige Serviceleistung, sei für Unternehmen und Gäste unverzichtbar.

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