Bildende Kunst trifft ärztliche Kunst

Bildende Kunst trifft ärztliche Kunst

St. Wendel. Anlass war eine Semesterprojektarbeit, die Fabian Mansmann, damals Student im 6. Semester an der Hochschule der Bildenden Künste (HBK) Saar, Fachbereich Kommunikations-Design mit Schwerpunkt Film, zu absolvieren hatte

St. Wendel. Anlass war eine Semesterprojektarbeit, die Fabian Mansmann, damals Student im 6. Semester an der Hochschule der Bildenden Künste (HBK) Saar, Fachbereich Kommunikations-Design mit Schwerpunkt Film, zu absolvieren hatte. Im Sommer 2010 sollten die Studenten in einem sogenannten "Biwak-Projekt" ihnen unbekannte Räume erleben und sich künstlerisch damit auseinandersetzen (Die SZ berichtete bereits)."Bei der Aufgabenstellung kamen mir spontan Impressionen aus meiner Zivildienstzeit, den ich beim Rettungsdienst in St. Wendel absolviert hatte, in den Kopf", erläutert Fabian Mansmann. Und so kam es, dass der Student sein "Biwak" für drei Tage und Nächte im Bereich Anästhesie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie aufschlagen durfte. Er verließ in dieser Zeit die Anästhesie nicht.

"Ich bin in diese mir fremde Welt eingetaucht und habe mich völlig auf sie eingelassen", so der Student weiter. "Spontaneität, Intuition und Flexibilität sollten die Merkmale meines künstlerischen Konzeptes sein. Und nur die Ausgewogenheit zwischen dem technischen und dem menschlichen Aspekt lässt das medizinisch Mögliche zur Ärztlichen Kunst reifen." Und so hatte er nach drei Tagen und Nächten ein breites Spektrum an Bildmaterial gesammelt: von Lichtstimmungen und Nachträumen über Details bis hin zu Alltäglichem; Konzentration und Erschöpfung, Freude und Angst.

"Es war für uns alle hochinteressant, wie ein junger Mensch mit unverbrauchtem Blick ein für ihn neues Umfeld betrachtet; wie er sich beeindrucken lässt und Dinge wahrnimmt, die wir bei unserer routinierten Arbeit nicht sehen", erklärt Chefarzt Herbert Nagel, "und so haben auch wir einen neuen Blick auf unsere Arbeit bekommen." red

Die Ergebnisse dieses spannenden Projektes sind ab Freitag, 18. März, im Foyer des Marienkrankenhauses etwa sechs Wochen lang zu sehen. Zur Eröffnung der Ausstellung am Donnerstag, 17. März, um 16.30 Uhr ist die Öffentlichkeit eingeladen.

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