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Bilanz der Freibad-Saison in Corona-Zeiten im Landkreis St. Wendel

Freibad-Bilanz im St. Wendeler Land : Trotz Corona strömten die Wasserfans in die Bäder

In den meisten Freibädern ist die Saison beendet. Zeit für eine Bilanz.

Die wohl außergewöhnlichste Sommersaison in den Freibädern im St. Wendeler Land neigt sich dem Ende zu. Corona hat Vorsicht, Geduld und Kreativität von den Betreibern abverlangt. Zwar soll es am Wochenende und darüber hinaus nochmal warm werden, doch in vielen Bädern ist nun Schluss. Zeit, Bilanz zu ziehen.

Im St. Wendeler Freibad ging die Saison am Dienstag zu Ende. Los war es, coronabedingt verspätet, am 8. Juni gegangen. Zu diesem Zeitpunkt war es eines von saarlandweit drei offenen Freibädern – und das dank eines besonderen Hygiene- und Schutzkonzeptes zur Eindämmung der Corona-Pandemie.

Der Entschluss, das Freibad trotz der schwierigen Bedingungen zu öffnen, stand für Bürgermeister Peter Klär (CDU) dennoch nie in Frage. „Es war mir ein Anliegen, unseren  Bürgern, die coronabedingt nicht verreisen konnten, ein bisschen Urlaubsfeeling zu Hause zu bieten“, so der Rathauschef. „Dieses Jahr ist für alle nicht einfach, daher ist es umso wichtiger das Beste aus der Situation zu machen. Ich freue mich, dass wir als Kreisstadt St. Wendel mit der Öffnung des Freibades ein Stück dazu beitragen konnten.“

Die Wassertemperatur betrug durchschnittlich 23,6, die Lufttemperatur 26,2 Grad.  350 Badegäste besuchten das Bad im Schnitt täglich, teilt ein Sprecher der Stadt St. Wendel weiter mit. In der letzten Ferienwoche, als der Sommer auf Hochtouren lief, waren es bis zu 1550 Besucher täglich. Insgesamt wurden mehr als 30 000 Badegäste in dieser Saison gezählt. „Das ist ein sehr zufriedenstellendes Ergebnis“, so der Rathauschef. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr zählte das Bad rund 76 000 Besucher.

Das Freizeitzentrum Bostalsee teilt mit, dass die  Badesaison am Bostalsee an diesem Sonntag, 20. September, endet. Die beiden Strandbäder in Gonnesweiler und Bosen schließen ab dem 21. September. Nach Angaben eines Sprechers des Landratsamtes kamen in dieser Corona-Saison rund 90 000 Gäste zu den Strandbädern (Stand Freitag). Die besucherstärkte Zeit lag zwischen dem 31. Juli und dem 9. August. Speziell das Wochenende, 8./9. August, sei „extrem stark“ besucht gewesen, so der Sprecher. „Es war eine ungewöhnliche Saison an unserem Bostalsee – die Corona-Pandemie hatte viele Pläne durchkreuzt. Unsere Veranstaltungsserie am See musste abgesagt werden, die Wassersportsaison war einige Wochen lang ausgesetzt. Die Strandbäder öffneten erst am 13. Juni, und dies unter strengsten Abstands- und Hygienevorgaben“, sagt dazu Landrat Udo Recktenwald (CDU). Dabei lobt er nicht nur die Mitarbeiter des Bostalsees, die „unter diesen besonderen Bedingungen großartige Arbeit geleistet haben, damit unsere Gäste sicher ihre Freizeit genießen können“, sondern auch die Besucher, die „größtenteils verständnisvoll und vernünftig auf die besonderen Bedingungen reagiert haben“.

Die Freibadsaison im Naturbad in Primstal endete bereits am 6. September. Bis dahin waren  seit 15. Juni rund 9000 Gäste gekommen. „Trotz der unvermeidlichen Einschränkungen stellt dies eine durchschnittliche Besucherzahl im Vergleich der Vorjahre dar“, teilt Christof Görgen von der Gemeinde Nonnweiler mit. Auffällig sei, dass  viele Besucher von außerhalb der Gemeinde kamen. Das liege daran, dass einige Freibäder in der Umgebung ganz geschlossen blieben (Wadern, Weiskirchen) oder erst deutlich später  öffneten (Hermeskeil), so Görgen weiter: „Trotz der außergewöhnlichen Situation sind wir mit der Freibadsaison sehr zufrieden.“

Die Rückmeldungen der Badegäste seien sehr positiv gewesen. „Viele Menschen waren einfach nur froh, endlich wieder schwimmen zu können.“ Gegen die  Einschränkungen und Hygienerichtlinien habe  es kaum Einwände gegeben. Im Gegenteil: „Vom breiten Verständnis waren wir positiv überrascht.“

Noch immer ist es möglich, eine Runde im Freibad in Oberkirchen zu drehen. Nur das Wetter muss mitspielen. Denn das Weiselbergbad ist wandelbar, bei 25 Grad wird das Dach einfach runtergefahren. Und das auch im September oder Oktober. Bisher meinten es die Temperaturen gut mit den Badegästen, denn an knapp 70 Tagen konnten sie open-air das Wasser genießen.