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Beschiedenes St. Wendeler Land

Beschiedenes St. Wendeler Land

Das St. Wendeler Land hat sich auch in der vergangenen Woche vor lauter Zuwendungsbescheiden, wie diese Finanzspritzen im Amtsdeutsch heißen, nicht retten können. Mal werden 100 000 Euro für einen neuen Sportplatz spendiert, mal, um ein kaputtes Schuldach zu reparieren, mal, um Dorfgemeinschaftsräume bauen zu können

Das St. Wendeler Land hat sich auch in der vergangenen Woche vor lauter Zuwendungsbescheiden, wie diese Finanzspritzen im Amtsdeutsch heißen, nicht retten können. Mal werden 100 000 Euro für einen neuen Sportplatz spendiert, mal, um ein kaputtes Schuldach zu reparieren, mal, um Dorfgemeinschaftsräume bauen zu können. Scheckheftschwangere Politiker geben sich in den Rathäusern die Klinke in die Hand. Da reibt man sich verdutzt die Augen: Wo kommen die vielen Minister und Staatssekretäre plötzlich her? Ach ja, aus dem Wahlkampf. Zum Leidwesen der gerade nicht Regierenden, die auf besagte Zuwendungsbescheide keinen Zugriff haben. Ihre Zuwendung muss deshalb eher bescheiden ausfallen, muss sich auf freundliche Worte und Versprechungen beschränken. Ja, im Wahlkampf bekommt das Wort "Zuwendungsbescheid" eine ganz neue Bedeutung. Politiker wenden sich dem Volke zu. Und sagen noch dazu Bescheid, wann sie es tun. Zuwendung, die Geld wert ist - und nicht gerade wenig. Hier entpuppt sich das Konjunkturpaket als Mogelpackung. Denn das Geld, mit dem es gespeist wurde, ist Steuergeld, stammt also ursprünglich von den nun mit Zuwendungen Beschiedenen. So beschenken die Bürger sich quasi selbst - über den kleinen Politiker-Umweg.