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Bedürfnisse der Patienten stehen bei "Palliative Care" klar im Mittelpunkt

Bedürfnisse der Patienten stehen bei "Palliative Care" klar im Mittelpunkt

Neunkirchen/Nahe. Viel Zeit haben sich der saarländische Gesundheitsminister Professor Gerhard Vigener und die CDU-Landtagsabgeordnete Nadine Müller für ihren Besuch Anfang der Woche im Caritas-Seniorenzentrum Haus am See in Neunkirchen/Nahe genommen

Neunkirchen/Nahe. Viel Zeit haben sich der saarländische Gesundheitsminister Professor Gerhard Vigener und die CDU-Landtagsabgeordnete Nadine Müller für ihren Besuch Anfang der Woche im Caritas-Seniorenzentrum Haus am See in Neunkirchen/Nahe genommen. Der Minister zeigte sich beeindruckt von dem Modellprojekt "Palliative Care", das Hausleiterin Steffi Gebel, die Qualitätsbeauftrage Brigitte Awad und Fachpfleger Martin Giebel vorstellten. Im Juli 2007 startete die Einrichtung ihr Konzept zur Begleitung in der letzten Lebensphase und christlichen Sterbebegleitung. Der Begriff "Palliativ Care" steht für umfassende Versorgung, die sowohl die körperlichen und psychischen als auch die sozialen und spirituellen Bedürfnisse von schwer kranken Menschen berücksichtigt. Im Mittelpunkt steht die Linderung von Schmerzen und die Pflege auf der Grundlage palliativer Pflegestandards. Daneben spielt auch die psychosoziale und spirituelle Begleitung Schwerstkranker eine wesentliche Rolle. "Es geht darum, den Menschen in seiner Vielfalt und Einzigartigkeit zu begreifen", so Gebel. Die Leitlinie heiße deshalb "den Willen und die Bedürfnisse der im Haus lebenden Frauen und Männer radikal in den Mittelpunkt" zu stellen. Um den Bedürfnissen Schwerstkranker gerecht werden zu können und auch um Angehörigen fachlich beratend zur Seite zu stehen, absolvieren die Pflegekräfte eine mehrjährige, umfassende Weiterbildung "Palliative Care". Ferner wurde bereits im Sommer 2007 ein Fach-Krankenpfleger mit Zusatzqualifikationen in den Bereichen Onkologie, Schmerztherapie und Palliativpflege eingestellt. Im Interesse einer möglichst unterbrechungsfreien Hilfe und eines umfassenden Kenntnisstandes verfolgt das Haus einen interdisziplinären und einrichtungsübergreifenden Ansatz: Es arbeitet mit all jenen zusammen, die mit den betroffenen Menschen in Beziehung stehen. Neben Angehörigen sind dies auch Haus- und Fachärzte, Schmerztherapeuten und Spezialisten aus anderen Einrichtungen wie Hospize und Palliativstationen, sowie Physio- und Ergotherapeuten, Seelsorger und ehrenamtliche Mitarbeiter. Dabei greift das Haus am See auf Spezialistinnen und Experten aus den eigenen Reihen zurück, wie etwa auf die Palliativ-Station und die Schmerzklinik in der Caritas-Klinik St. Theresia, Saarbrücken. "Auch den Angehörigen gehört unsere Aufmerksamkeit, sie werden nicht allein gelassen", bekräftigt Gebel. Frühzeitig mit dem Einzug ihrer Angehörigen ins Haus erhalten sie Informationen über Pflegeversicherung, Patienten- und Betreuungsverfügungen und Vorsorgevollmachten. Wenn sie in der letzten Lebenszeit ihren Angehörigen über den Tag hinaus nahe sein wollen, können sie selbstverständlich im Haus am See übernachten. redInformationen: bei Hausleiterin Steffi Gebel, Telefon (06852) 908220, E-Mail: info@haus-am-see.de