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Bärlauch ist ein kulinarischer Genuss auch in den Küchen von St. Wendel

Leckeres Wildkraut : Wildpflanze mit bärenstarken Kräften

Ob in der Küche oder in der Heilkunde: Ein Sprecher des Naturparks Saar-Hunsrück verrät, was Barläuch alles kann.

„Die Natur bietet uns vor der Haustür zahlreiche essbare Wildpflanzen, deren Vitalstoffe oft wesentlich höher sind als bei allgemeinen Nutzpflanzen“, berichtet ein Sprecher des Naturparks Saar-Hunsrück. Eine solche Pflanze ist der Bärlauch, dem bärenstarke Kräfte nachgesagt werden und der vielseitig in der Küche einsetzbar ist. Ihm werden blutreinigende und stoffwechselanregende Eigenschaften zugesprochen. Egal, ob als Rohkost zubereitet oder weiterverarbeitet, die Vitalpflanze gehöre auf jeden kulinarischen Frühjahrstisch, heißt es weiter.

Typisch für die Frühlingsküche ist die Zubereitung von Bärlauchaufstrich, -Butter oder -Pesto. Der Bärlauch wird in der Volksmedizin als wilder Knoblauch bezeichnet und wächst mehr oder weniger direkt vor unserer Haustüre. Die Blätter sind vor der Blütezeit Ende März bis April am gehaltvollsten. Aber auch Blüten, Knospen oder Samen sind schmackhaft. Die Knospen können eingelegt als Kapernersatz dienen, Die Samen sind wie grüner Pfeffer genießbar. In der Volksheilkunde wird er als Mittel gegen Arteriosklerose und hohen Blutdruck geschätzt. Wie seine Verwandten, Knoblauch, Zwiebel und Schnittlauch, gehört der Bärlauch zu den entgiftenden und blutreinigenden Wild- und Küchenkräutern. „Die Vitalstoffe des Gewürzwildkrautes übertreffen sogar die Wirkungen des Knoblauchs. Die Bärlauchblätter enthalten mehr Eisen, Magnesium, Mangan, Vitamin C und ätherische Öle als der Knoblauch. Ferner besitzt das Wildkraut einen ungewöhnlich hohen Magnesiumgehalt“, erläutert der Sprecher.

Der Bärlauch wächst auf humusreichen, tiefgründigen feuchten Laubwaldböden bis 1500 Meter in schattiger Lage. Auf Wochenmärkten und in Gemüseläden wird er angeboten. Als Pflanze ist er im Fachhandel zu erwerben und lässt sich sehr gut in einer schattigen Gartenecke oder unter Sträuchern kultivieren. Hübsch anzusehen sind laut Sprecher die weißen Blüten, die meist unter Bäumen und Sträuchern zu sehen sind. Bärlauch same gerne aus oder werde auch von Ameisen verschleppt.

Wildsammlungen sind nur in kleinen Mengen außerhalb von Schutzgebieten erlaubt. Die Erntezeit ist in der Regel von März bis Mitte Mai. Die ganze Pflanze ist essbar. Pro Pflanze sollten maximal zwei Blätter geerntet werden, damit den Zwiebeln genügend Kraft bleibt, um im nächsten Jahr wieder austreiben zu können. Sobald er blüht, verlieren die Blätter stark an Aroma. Aber auch die Blüte und der Samen zieren und verfeinern belegte Brote und Salate. Die Zwiebelwurzel kann zerdrückt oder zerkleinert wie Knoblauch verwendet werden. Bärlauch lässt sich zu Öl, Butter, Aufstrich, Sauce oder blanchiert als Gemüse, auch wie Spinat gemischt mit Brennnessel und Giersch zubereiten. Auch Bärlauchwein ist bekömmlich. Beliebt ist Bärlauchpesto, das bis zu zwei Jahren haltbar ist. Einfrieren empfiehlt sich nicht, da er stark an Aroma verliert oder dieses an das Gefriergut abgibt. Hingegen gut einfrieren lässt sich Bärlauchbutter. Zahlreiche Bärlauch-Rezepte sind im Internet zu finden. Noch eine Warnhinweis hat der Sprecher zum Abschluss: Bärlauch kann mit Maiglöckchen, Herbstzeitlose und Aronstab verwechselt werden, diese Pflanzen sind stark giftig.