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"Auslaufbergbau verängstigt die Bergleute"

"Auslaufbergbau verängstigt die Bergleute"

Marpingen. Die Schutzpatronin, die das Gebet des Bergmanns aus den Schluchten der Erde bis hinauf ans Himmelstor trägt, ist die heilige Barbara. In Marpingen, wo einst 70 Prozent der Einwohner vom Bergbau lebten, ist der Katholische Bergmannsverein mit seinen mehr als 2000 Mitgliedern noch immer ein wichtiges und mitgliederstarkes Glied der Dorfgemeinschaft

Marpingen. Die Schutzpatronin, die das Gebet des Bergmanns aus den Schluchten der Erde bis hinauf ans Himmelstor trägt, ist die heilige Barbara. In Marpingen, wo einst 70 Prozent der Einwohner vom Bergbau lebten, ist der Katholische Bergmannsverein mit seinen mehr als 2000 Mitgliedern noch immer ein wichtiges und mitgliederstarkes Glied der Dorfgemeinschaft. Und auch der Barbaratag wird noch traditionell mit Kirchgang und Barbarafeier begangen, auch gestern. Dechant Klaus Leist ging in seiner Predigt während der Messe auf die mannigfaltigen Gefahren des Bergbaus ein. "Böse Wetter" warteten heute aber auch über Tage auf die Bergleute. Allerdings seien damit nicht mehr die gefürchteten Schlagwetterexplosionen gemeint. "Sondern dieses böse Wetter ist der so genannte Auslaufbergbau, der das Leben und die Existenz der Bergmänner und ihrer Familien unbarmherzig angreift." Denn mit dem Wort "Auslaufbergbau" würde auch die Frage nach Lebensinhalt und Lebenssinn berührt, "und unsere Bergleute mit ihren Familien werden in Ängste und existenzielle Unsicherheiten getrieben". Ganz wichtig seien daher Bergmannsvereine und Gewerkschaften als starke und Halt bietende Solidaritätsgemeinschaften. Das fand auch Marpingens Bürgermeister Werner Laub: "Es ist wichtig, dass wir an diesem Tag Flagge zeigen." In Anbetracht steigender Energiepreise stelle sich für ihn eh die Frage, ob nicht ein Umdenken in der Energiepolitik stattfinden müsse. Für den St. Wendeler Landrat Udo Recktenwald stand ungeachtet der Diskussion um den Auslaufbergbau und ihrer Bewertung fest, "dass auch zukünftige Generationen nicht vergessen sollten, welche Tradition der Bergbau hier im Lande hat". In diesem Sinne bewerteten alle Festredner es als positiv, dass auf Bitten des Bergmannsvereins-Vorsitzenden Hans Recktenwald Grundschüler am Morgen an der heiligen Messe teilgenommen hatten. tog