Arbeitsmarktzahlen: Arbeitslosigkeit saisonbedingt gestiegen

Arbeitsmarktzahlen : Arbeitslosigkeit saisonbedingt gestiegen

Die Zahl ist im Landkreis aber weiterhin unter dem Vorjahresniveau, und es gibt mehr offene Ausbildungsstellen als Bewerber.

Im Juli ist die Arbeitslosigkeit im Kreis St. Wendel saisonbedingt leicht gestiegen. Laut Agentur für Arbeit waren  1532 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Das sind 171 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote lag damit bei 3,2 Prozent und somit um 0,4 Prozentpunkte niedriger als im Vorjahr.

Die Arbeitslosenquoten aller saarländischen Landkreise im Vergleich: Landkreis St. Wendel: 3,2 Prozent, Landkreis Merzig-Wadern: 4,3 Prozent, Landkreis Saarlouis: 4,8 Prozent, Saarpfalz-Kreis: 5,1 Prozent, Landkreis Neunkirchen: 6,8 Prozent und Regionalverband Saarbrücken: 8,8 Prozent. Der Anstieg bei den Arbeitslosenzahlen in allen Landkreisen im Saarland kommt nicht überraschend. Jürgen Haßdenteufel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Saarland, erkennt darin den saisonüblichen Effekt.

Bei der Agentur für Arbeit ist die Zahl der Arbeitslosen im Juli um 81 auf 773 gestiegen, das waren 15 mehr als vor einem Jahr. Bei den bei der Arbeitsagentur gemeldeten Jüngeren unter 25 Jahren lag die Arbeitslosigkeit mit 124 um 22 über dem Vormonats- und um 14 über dem Vorjahreswert. In der Altersgruppe 50plus waren 330 Menschen arbeitslos gemeldet, 26 mehr als im Juni und zehn mehr als im Vorjahreszeitraum.

Beim Jobcenter im Landkreis St. Wendel ist die Arbeitslosigkeit nach Angaben der Agentur im Juli um 37 auf 759 gesunken. Damit lag sie um 186 unter dem Vorjahreswert. Jugendarbeitslosigkeit ist im Zuständigkeitsbereich des Jobcenters St. Wendel nach wie vor kein Thema. Rund 210 von Arbeitslosigkeit Betroffene waren 50 Jahre und älter. Ihre Zahl hat sich gegenüber dem Vorjahr um 75 verringert. Rund 300 Menschen sind Langzeitarbeitslose. Ihr Anteil an allen Arbeitslosen beträgt somit 39,3 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Rückgang um ein Viertel.

Die sogenannte Unterbeschäftigung lag im Landkreis St. Wendel im Juli mit 2520 Menschen um 9,5 Prozent unter dem Vorjahresniveau. In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus sind.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften hat sich im Juli wieder verstärkt. So haben die Unternehmen der Region rund 320 Stellen zur Besetzung gemeldet, fast 140 mehr als im Juni. Seit Jahresbeginn wurden 1500 Stellen gemeldet, 2,8 Prozent mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Die überwiegende Zahl der Jobangebote war in der Zeitarbeit, im Handel, im Verarbeitenden Gewerbe, im Gastgewerbe, im Baugewerbe sowie im Gesundheits- und Sozialwesen gemeldet.

Im Landkreis St. Wendel wurden seit Beginn des Ausbildungsjahres im vergangenen Oktober rund 540 Berufsausbildungsstellen gemeldet – also zwölf Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig suchten 600 junge Menschen eine Ausbildungsstelle über die Arbeitsagentur. Am statistischen Zähltag im Juli waren noch 230 Stellen unbesetzt und 140 Jugendliche unversorgt. Nach Einschätzung der Arbeitsagentur wird mancher Betrieb angesichts rückläufiger Schülerzahlen womöglich leer ausgehen. Daher rät Haßdenteufel, bei dem einen oder anderen Bewerber genauer hinzuschauen und nach Lösungen für tatsächliche oder vermeintliche Probleme zu suchen: „Oftmals wird aus einem mäßigen Schüler von selbst ein engagierter Mitarbeiter, wenn er die Chance erhält, seine Fähigkeiten und sein Talent in einem Beruf, der zur ihm passt, unter Beweis zu stellen.“ Aber selbst dort, wo es tatsächlich hakt, gebe es vielfältige Unterstützungsmöglichkeiten. Haßdenteufel weist in diesem Zusammenhang insbesondere auf die „Assistierte Ausbildung“ (AsA) hin.

Auch junge Menschen, die noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben oder vielleicht nicht einmal danach gesucht haben, weil sie sich kaum Chancen auf Erfolg ausrechnen, möchte Haßdenteufel ermutigen: „Die Situation am Ausbildungsmarkt ist so gut wie selten zuvor (. . .). Gemeinsam können wir einen Weg in die berufliche Zukunft finden.“

Jugendliche und deren Eltern, die sich von der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Saarland bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz unterstützen lassen möchten, können über die kostenlose Servicenummer (08 00) 4 55 55 00 Kontakt aufnehmen. Unternehmer auf der Suche nach Azubis können die ebenfalls kostenlose Servicehotline (08 00) 4 55 55 20 anrufen.

Mehr von Saarbrücker Zeitung