St. Wendel setzt Rotstift bei den Friedhöfen an

St. Wendel setzt Rotstift bei den Friedhöfen an

St. Wendel. 16 Friedhöfe und 16 Leichenhallen unterhält die Stadt St. Wendel. Das kostet Geld. Geld, das auch bei der Kreisstadt immer weniger wird. "Deshalb haben wir uns die Bestattungszahlen auf allen Friedhöfen angeschaut, den Zustand der Leichenhallen und die erforderlichen Investitionen", sagt Bürgermeister Klaus Bouillon im SZ-Gespräch

St. Wendel. 16 Friedhöfe und 16 Leichenhallen unterhält die Stadt St. Wendel. Das kostet Geld. Geld, das auch bei der Kreisstadt immer weniger wird. "Deshalb haben wir uns die Bestattungszahlen auf allen Friedhöfen angeschaut, den Zustand der Leichenhallen und die erforderlichen Investitionen", sagt Bürgermeister Klaus Bouillon im SZ-Gespräch. Die Folge: Die Leichenhallen auf den Friedhöfen in Marth und Saal wurden vor wenigen Wochen geschlossen. Und sie werden auch nicht mehr geöffnet. Um die Leichenhalle in Marth zu sanieren, müsste die Stadt 100 000 Euro investieren, für Saal seien es 75 000 Euro. Auf beiden Friedhöfen würden aber im Jahresschnitt nur jeweils vier Verstorbene beerdigt. "Angesichts dieser Bestattungszahlen macht es keinen Sinn, alle Leichenhallen offen zu halten", argumentiert der Verwaltungschef. Mit dem Vorschlag, die Gebäude auf diesen beiden Friedhöfen zuzulassen, will Bouillon in den Stadtrat gehen, der dem zustimmen müsse. Die Verstorbenen aus diesen beiden Stadtteilen im Ostertal sollen in Niederkirchen aufgebahrt werden. Auf lange Sicht soll dies auch für Bubach gelten. Die vier Stadtteile zusammen kommen im Jahresschnitt auf 22 Beerdigungen. Die Stadt will dabei die Leichenhalle in Niederkirchen sanieren. Bouillon. "Das ist auf Dauer günstiger, als vier Hallen zu unterhalten."Der Bürgermeister unterstreicht aber auch: "Wir werden alle 16 Friedhöfe belassen. Hier ist nicht an eine Schließung gedacht." Und weiter: "Das ist für mich das Entscheidende."

Dass den Bürgern aus den betroffenen Orten diese Umstellung schwerfällt, kann Bouillon verstehen. Allerdings hält er den Weg nach Niederkirchen für vertretbar. Bouillon: "In der Kernstadt St. Wendel gibt es nur eine einzige Leichenhalle für 10 000 Einwohner." Im Ostertal seien es bisher neun Leichenhallen für 5224 Bürger. Weitere Schließungen von Leichenhallen sind nach Angaben des Bürgermeisters in den nächsten Jahren nicht geplant.