1. Saarland

St. Wendel ist bereit, Winter Paroli zu bieten

St. Wendel ist bereit, Winter Paroli zu bieten

St. Wendel. Vier Unimogs, eine Art Kleinlastkraftwagen, zwei Kleintraktoren und fünf Pritschenwagen stehen Schlange. Am Montagmorgen um fünf Uhr herrscht Hochbetrieb im St. Wendeler Baubetriebshof im Sankt-Florians-Weg. Unentwegt belädt ein Bagger die Fahrzeuge mit Streusalz aus dem Lager, in dem zurzeit rund 350 Kubikmeter Streugut für den Winter deponiert sind

St. Wendel. Vier Unimogs, eine Art Kleinlastkraftwagen, zwei Kleintraktoren und fünf Pritschenwagen stehen Schlange. Am Montagmorgen um fünf Uhr herrscht Hochbetrieb im St. Wendeler Baubetriebshof im Sankt-Florians-Weg. Unentwegt belädt ein Bagger die Fahrzeuge mit Streusalz aus dem Lager, in dem zurzeit rund 350 Kubikmeter Streugut für den Winter deponiert sind. Dieser Winter hat am vergangenen Wochenende, einen Monat vor Heiligabend, im Saarland Einzug und die Räumdienste auf Trab gehalten. 30 Arbeiter der Stadt St. Wendel waren zum Räumen und Streuen am Montagmorgen im Einsatz. "Wir haben für alle Orte im Stadtgebiet einen Räumplan. Mit den Unimogs werden zuerst die Gefahrenpunkte angefahren, später die Nebenstraßen", sagt Otmar Matheis, Leiter des Baubetriebshofes. Hans-Jürgen Jakobs und Frank Wagner sind mit Eimern, kleinen Schippen und Schneeschaufeln unterwegs und räumen und streuen die städtischen Treppen, Geh- und Überwege in Leitersweiler und Urweiler. "Wir müssen die Uhr im Auge behalten und sollten so schnell wie möglich fertig sein", nimmt sich Jakobs vor. Wagner wirft die gelbe Rundumleuchte auf dem Pritschenwagen an: "Sicher ist sicher." Er und sein Partner in den orangenen Warnwesten ziehen sich Handschuhe an und legen los. Nach den ersten prall gefüllten Schaufeln stellt Hans-Jürgen Jakobs fest: "Pulverschnee ist mir lieber als dieser nasse." Denn in der Nacht hatte der Schnee zu tauen begonnen und einen Großteil der weißen Pracht in Wasser verwandelt. Trotzdem wird gestreut. Sicherheitshalber. Und die Freude geht trotz der harten Arbeit offenbar nicht verloren: "Der Schnee schafft Vorfreude auf die Adventszeit", sagt Jakobs, während er das Streugut "wie beim Füttern der Hühner" auf den Weg bringt. "Leider können wir nicht überall gleichzeitig sein. Das verstehen die meisten Leute nicht", bedauert Frank Wagner und muss, wie er erzählt, ab und zu den Zorn der Bürger in Kauf nehmen. Es ist KnochenarbeitWährend das Räumen und Streuen von Hand Knochenarbeit bedeutet, ist es für die Unimog-Fahrer reine Nervensache. Um sieben Uhr hat Willibald Backes bereits die Hauptverkehrswege seines Bezirks hinter sich und nimmt Kurs auf den Schlaufenglan, den Kniebrecher und Alsfassen. Der Bordcomputer zeigt ihm an, dass gerade 15 Gramm Streusalz pro Meter den Tellerrunden Streuanbau des Fahrzeugs verlassen. Mit einem Eingabegerät lenkt, hebt und senkt er sein hydraulisches Schild und drückt damit den mittlerweile nur noch matschigen Schnee auf die Seite. Die Unebenheiten in den Straßen wirken sich auf das gesamte Gefährt aus: "Wer morgens noch nicht richtig wach ist, wird spätestens hier munter", lacht Backes. "Trotzdem muss ich mich hoch konzentrieren." Denn manchmal wird das Durchkommen in den Straßen durch falsch parkende Wagen zur Millimeterarbeit. Nach eineinhalb Stunden sind die 15 Kubikmeter Salz im Container des Unimogs aufgebraucht. Backes muss Nachschub im Baubetriebshof abholen. Nach insgesamt acht Stunden beendet auch er sein Arbeitstag und bereitet sich auf einen erneuten Arbeitstag am heutigen Dienstag vor.