St. Wendel investiert in die Zukunft

St. Wendel. "Wir wollen das St. Wendeler Land zu einer Kompetenzregion für die Energiewende machen. Dabei setzen wir auf innovative Unternehmen." Diese Vision verkündete Landrat Udo Recktenwald beim "Energietag St. Wendel" im Unternehmer- und Technologiezentrum St. Wendel. "Der Energietag ist Auftakt einer Veranstaltungsreihe zu energiepolitischen Themen

 Angeregte Diskussion beim Energietag, von links: Jürgen Dippe, Bundesverband mittelständische Wirtschaft, Udo Recktenwald, Holger Peter, Armin Fechler, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung, und Markus Jolly. Foto: SZ/Gog Concept

Angeregte Diskussion beim Energietag, von links: Jürgen Dippe, Bundesverband mittelständische Wirtschaft, Udo Recktenwald, Holger Peter, Armin Fechler, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung, und Markus Jolly. Foto: SZ/Gog Concept

St. Wendel. "Wir wollen das St. Wendeler Land zu einer Kompetenzregion für die Energiewende machen. Dabei setzen wir auf innovative Unternehmen." Diese Vision verkündete Landrat Udo Recktenwald beim "Energietag St. Wendel" im Unternehmer- und Technologiezentrum St. Wendel. "Der Energietag ist Auftakt einer Veranstaltungsreihe zu energiepolitischen Themen. Der Landkreis hat bereits im Jahr 2000 ein Energiekonzept erstellt, das fortgeschrieben wird", sagte der Landrat weiter. Recktenwald forderte vom Staat Anreize zur Investition in Zukunftsenergien.Großes Interesse Das Interesse an neuen Energieformen ist groß. Fast 100 Unternehmer kamen zur Veranstaltung, die von Landkreis, Wirtschaftsförderung und dem Bundesverband der mittelständischen Wirtschaft organisiert wurde. Holger Peter, Geschäftsführer der Corona Solar Theley, stellte "Wärmepumpe und Solartechnik als die Solarheizsysteme der Zukunft" vor. Die Fläche der in Deutschland jährlich installierten Solarkollektoren sei, so Peter, von 200000 Quadratmeter auf über 1,5 Millionen Quadratmeter in 2008 gestiegen. Bei einer Wärmepumpen-Heizung spendiere die Sonne 75 Prozent der erforderlichen Energie zum Heizen und zur Brauchwasseraufbereitung. Gespeichert wird diese Energie in der Luft, im Erdreich und im Grundwasser. Durch den Einsatz dieser Wärme und von nur 25 Prozent Antriebsenergie macht eine Wärmepumpe 100 Prozent Heizenergie. Die erzeugte Wärme aus der jeweiligen Wärmequelle und der Wärmepumpe wird dann über einen Wärmetauscher an das Heizsystem weitergegeben. "Die beste Energie ist die, die wir nicht brauchen", plädierte Peter für den Einsatz von Sonnenkollektoren. Corona Solar erstellt Kollektoren in jeder Form und Farbe. Diese fügen sich so bei der Dach- oder Fassadengestaltung harmonisch in das Gesamtkonzept des Gebäudes ein. Peter: "Sie investieren einmal, Folgekosten fallen nicht mehr an. Öl und Gas haben Tradition, die Wärmepumpe hat Zukunft." Im zweiten Teil des Energietages stellte Markus Jolly von CIC Solar Saarbrücken "Photovoltaik - die Energie mit der jeder gewinnt" vor. Vom Jahr 2000 bis 2006 haben sich die Energiekosten für Strom und Wärme verdoppelt. Laut Statistischem Bundesamt verbrauchte 2006 ein Vier-Personen-Haushalt monatlich 200 Euro für Energie. Wenn sich die durchschnittliche jährliche Preissteigerung von 10,7 Prozente fortsetze, so Jolly, müsse dieser Haushalt im Jahr 2021 mit 835 Euro monatlichen Energiekosten rechnen. Durch den Einsatz von Solarstromanlagen könne man sich von den steigenden Stromkosten unabhängig machen. Die Bundesregierung unterstützt diese Anschaffungen durch eine attraktive Einspeisevergütung und die Vergabe günstiger Kredite. Jolly erläuterte, dass die Photovoltaik-Anlage eines Einfamilienhauses mit 50 Quadratmeter Dachfläche jährlich einen Stromertrag von etwa 4500 Kilowattstunden erbringe und zu einer Strom-Einspeisevergütung von 1935 Euro führe. Bei schlüsselfertigen Erstellungskosten von 22000 Euro bedeute dies eine Rendite von 8,8 Prozent. Markus Jolly riet zu sorgfältiger Beratung und Planung und zum Kauf hochwertiger Produkte. red