"St. Ingberts Radnetz ist Stückwerk"

"St. Ingberts Radnetz ist Stückwerk"

St. Ingbert. Radfahren ist für Ursula Hubertus (Foto: mal) mehr als ein Freizeitvergnügen. Die 52-jährige St. Ingberterin wird nicht müde, die klima- und gesundheitsfreundliche Art der Fortbewegung zu propagieren und für eine Verbesserung der notwendigen Straßenbedingungen zu streiten

St. Ingbert. Radfahren ist für Ursula Hubertus (Foto: mal) mehr als ein Freizeitvergnügen. Die 52-jährige St. Ingberterin wird nicht müde, die klima- und gesundheitsfreundliche Art der Fortbewegung zu propagieren und für eine Verbesserung der notwendigen Straßenbedingungen zu streiten. Vor rund 20 Jahren, berichtet sie zu Gast in der SZ-Redaktion, war sie deshalb Gründungsmitglied des ADFC-Landesverbandes. Und jetzt war sie in der ersten Reihe dabei, als der Allgemeine Deutsche Fahrradclub im Februar einen Ortsverband in St. Ingbert gründete. Michael Möller-Krächan und sie bilden das Sprecher-Team des jungen Ortsverbandes.

Die ersten Monate liegen hinter den St. Ingberter Rad-Aktivisten, die sich jeden zweiten Mittwoch im Monat ab 19.30 Uhr in der Gaststätte Edelweiß in der Kohlenstraße treffen. Zehn Aktive seien regelmäßig an Bord, berichtet Hubertus. Eine Zahl, die ausbaufähig ist. Die Ziele der Gruppe sind klar: Sie wollen die Radnutzung in Alltag und Freizeit fördern, eine bessere Infrastruktur für die unmotorisierten Zweiradfreunde in der Mittelstadt durchsetzen und mit Info-Ständen und anderen Aktionen Öffentlichkeitsarbeit betreiben. "Wir hatten einen Stand auf der St. Ingberter Tourismus-Börse", sagt Hubertus. Daneben bietet der Ortsverband geführte kostenlose Radtouren sowie Reparaturkurse an. In den Wintermonaten will er zudem mit Dia-Vorträgen über Reisen auf dem Drahtesel ein Publikum ansprechen.

Im politischen Raum hat der St. Ingberter ADFC seine erste Aktion gestartet und den Parteien einige Fragen gestellt. Sie sollten sich unter anderem dazu äußern, was sie programmatisch für den Radverkehr zu tun gewillt sind, wie viel Geld sie dafür ausgeben wollten und welche konkreten Projekte sie in der Biosphärenstadt anschieben möchten. Geantwortet haben CDU (nicht zu allen Fragen), SPD, Linkspartei und Grüne. Keine Rückmeldung hätten hingegen FDP, FWG und Familien-Partei gegeben, erläutert die Sprecherin.

Eine breite Diskussion ist für den ADFC unerlässlich. Denn die Gegebenheiten in St. Ingbert lassen aus seiner Sicht zu wünschen übrig. Hubertus: "Es fehlt in der Stadt an einem funktionstüchtigen Radnetz. Bislang ist das Stückwerk." Stellenweise gebe es gute Lösungen wie in der Pfarrgasse, wo Radler gegen die Fahrtrichtung der Einbahnstraße fahren dürfen. Aber das seien Einzellösungen. Weitestmöglich freie Fahrt für Radler in Einbahnstraßen ist eine zentrale Forderung. Die Ortsgruppe will eine komplette Analyse des Radnetzes in St. Ingbert erstellen.

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