1. Saarland

St. Ingberter Juz will die Zusammenarbeit mit der Stadt verbessern

St. Ingberter Juz will die Zusammenarbeit mit der Stadt verbessern

St. Ingbert. Eine Wand mit bunten Plakaten erzählt von vielen Konzerten, einen Raum weiter surfen zwei Jugendliche an einem PC im Internet, andere lesen oder hören Musik. Das selbstverwaltete Jugendzentrum in St. Ingbert hat eine lange Tradition. Seit Anfang August weht in dem Gebäude der ehemaligen Pfarrgass-Schule auch ein neuer Wind: der neu formierte Vorstand. Patrick Granzow (1

St. Ingbert. Eine Wand mit bunten Plakaten erzählt von vielen Konzerten, einen Raum weiter surfen zwei Jugendliche an einem PC im Internet, andere lesen oder hören Musik. Das selbstverwaltete Jugendzentrum in St. Ingbert hat eine lange Tradition. Seit Anfang August weht in dem Gebäude der ehemaligen Pfarrgass-Schule auch ein neuer Wind: der neu formierte Vorstand. Patrick Granzow (1. Vorsitzender), Christian Bernd (2. Vorsitzender), Tobias Weber (1. Beisitzer), Daniel Spang (2. Beisitzer) und Christian Frisch (Kassenwart) wurden für ein Jahr gewählt, um die Verantwortung für das Juz zu übernehmen. Trotzdem sehe man sich nicht als die Spitze des Juz, wie Patrick Granzow betont, denn hier zähle die Stimme jedes einzelnen gleich viel. Einmal in der Woche findet eine Versammlung statt, an der immer zwischen 15 und 20 Jugendliche teilnehmen. "Wir wollen die Workshops ausbauen", nennt Beisitzer Tobias Weber ein wichtiges Ziel des neuen Vorstands. Einen Gitarrenworkshop hat man bereits auf die Beine gestellt, im nächsten Jahr soll es einen Rapworkshop von juz-United, dem Dachverband selbstverwalteter Jugendzentren, geben. "Außerdem wollen wir einen Graffiti-Workshop anbieten", sagt Granzow und deutet auf die bunt besprühten Wände im Skateraum. Dort treffen sich besonders im Winter die Skater und nutzen die dort aufgebaute Rampe. Die Wände sollen als legale Graffiti-Fläche nutzbar sein. "Wir tun etwas, damit die Leute nicht auf der Straße sprühen", sagt Granzow. Es ärgere ihn, dass wann immer Graffiti in der Stadt auftauchen, es automatisch Leute aus dem Juz gewesen sein sollen. 5000 Euro bekommen die jungen Leute im Jahr von der Stadt, um ihr Kulturprogramm auf die Beine zu stellen. Dazu gehören auch die vielen Konzerte, die schon seit Jahrzehnten im Juz veranstaltet werden. "Die Eintrittspreise müssen dabei so sein, dass es sich jeder leisten kann", sagt Granzow. Seit zwei Jahren gibt es auch ein Großevent im ehemaligen Schulgebäude: "Das Juz bleibt-Festival". Es erinnert daran, dass die Stadt dem Verein des selbstverwalteten Juz vor zwei Jahren eine Kündigung für die Räume in der Pfarrgass-Schule ausgesprochen hatte. Nach Protesten der Jugendlichen und der vergeblichen Suche nach einem Ausweichquartier folgte ein Moratorium (Aufschub), das bis heute besteht (wir berichteten). "So ein Gebäude aufrecht zu erhalten", ist im Hinblick auf diese Ereignisse Granzows oberstes Ziel. Für den 25-Jährigen ist das Juz "ein wichtiger Teil meines Lebens. Hier habe ich meine Jugend verbracht". Granzow, der Sozialpädagogik studieren möchte, macht sein Engagement im Juz viel Spaß. Nur sei es oft stressig, sich mit der Stadt auseinander zu setzen. "Ein Kampf gegen Windmühlen", wie es Weber beschreibt. Für den 22-Jährigen ist das Juz ein Ort, der vom Mitmachen lebt. Genau das wollen sie den Jugendlichen ermöglichen. Einen Wunsch hat der Juz-Vorsitzende für die Zukunft. "Wir würden gerne besser mit der Stadt zusammenarbeiten."