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St. Gobain will Brebacher Klinik verkaufen

St. Gobain will Brebacher Klinik verkaufen

Die Praxisärzte im Umfeld des Brebacher Krankenhauses kritisieren, dass die Saarland Heilstätten GmbH (SHG) die Geriatrie auf den Sonnenberg verlagert. Der Neubau eines Neurologiezentrums und die Sanierung der Kliniken sollen 25 Millionen Euro kosten, sagt die SHG.

Der Eigentümer des Brebacher Krankenhausgebäudes, die Firma St. Gobain PAM Deutschland GmbH mit Sitz in dem Stadtteil, will das Grundstück an einen Investor verkaufen. Das hat die Firma bestätigt. Der Kaufvertrag sei bereits aufgesetzt, teilt St. Gobain mit und ergänzt: "Der bestehende Pachtvertrag und die Nutzung durch die Saarland Heilstätten GmbH (SHG) bleiben davon unberührt." SHG-Geschäftsführer Alfons Vogtel stellte gestern aber klar: "Wenn wir sagen, wir betreiben dort kein Krankenhaus mehr, erlischt der Erbpachtvertrag ohne finanzielle Verpflichtungen."

Die Tage des Brebacher Krankenhauses sind also gezählt. Die SHG will nach Angaben Vogtels 2014 mit dem Bau des Neurologiezentrums auf dem Sonnenberg beginnen. Die Bauarbeiten sollen zwei bis zweieinhalb Jahre dauern, erklärt der SHG-Geschäftsführer. Dieses Zentrum wollte die SHG ursprünglich in Brebach bauen, doch das Landesamt für Umwelt und Arbeitsschutz hatte sein Veto eingelegt und zu viel Lärm befürchtet, weil sich ein Industriebetrieb ganz in der Nähe befindet. Nun will die SHG die Geriatrie, das Herzstück der Klinik in Brebach, auf den Sonnenberg verlagern (die SZ berichtete mehrfach). Der Ex-Chefarzt der Klinik, Dr. Claus Theres, und die beiden Praxisärzte Dr. Erhard Saalfrank und Dr. Peter Schindler kritisieren die Argumentation der SHG, die Verlagerung der Geriatrie sei wirtschaftlich sinnvoll und gut für die Patienten (SZ vom 26. Juni). Wenn die Geriatrie im Stadtteil verschwinde, sei das nicht sinnvoll für die Brebacher. Eine Modernisierung des Krankenhauses wäre zudem billiger als der Neubau auf dem Sonnenberg.

22 Millionen Euro sollten der Neubau und die Modernisierung der Sonnenberg-Kliniken ursprünglich kosten, berichtete die SZ 2012. Die Kosten steigen nun um rund drei Millionen Euro, teilte Vogtel mit. Das liege auch daran, dass die SHG mehr Betten in der Gerontopsychiatrie und eine Mutter-Kind-Station erhalte. Vogtel rechtfertigte erneut die Verlagerung der Geriatrie und bestätigte, dass die Brebacher Klinik jährlich durchschnittlich Verluste zwischen 500 000 und einer Million Euro mache. Das Krankenhaus sei mit 53 Betten zu klein, die Fixkosten pro Bett sehr hoch. Vogtel hofft auf "Synergieeffekte" beim Einsatz der Ärzte und Kosteneinsparungen.

Bezirksbürgermeister Daniel Bollig (CDU) bezweifelt aber das Argument Vogtels, die Fixkosten seien im Brebacher Krankenhaus zu hoch. Ein wichtiger Teil dieser Fixkosten ist die Pacht - und die sei sehr niedrig. Bollig: "Das ist doch eigentlich ein Vorteil." Bollig sieht zwar die finanziellen Zwänge der SHG, will das Krankenhaus in Brebach aber trotzdem erhalten: "Die Zufahrt auf den Sonnenberg ist im Winter eine Katastrophe." Die Hanglage sei schlecht und mache es sehr schwierig für ältere Menschen, sich mit einem Rollator bergauf und bergab zu bewegen. Zudem arbeite das Brebacher Krankenhaus wie eine Poliklinik mit vielen Praxen direkt im Umfeld. Das habe sich bewährt.

Notarzt bleibt in Brebach

Zumindest eine gute Nachricht gibt es für Brebach: Der Notarzt-Standort bleibt erhalten, erklärt Lukas Hoor, Pressereferent des Rettungszweckverbandes (RZV). "Wir werden mit dem bisherigen Partner, der SHG, eine Lösung suchen." Arzt, Rettungsassistent und Auto sollen künftig an der Rettungswache gegenüber des Brebacher Rathauses stationiert werden. Weil die Wache in die Jahre gekommen ist, werde der RZV in den nächsten Jahren eine neue Rettungswache in Brebach bauen. Alfons Vogtel sagte dazu: "Wir sind bereit, weiter mit dem Rettungszweckverband zusammenzuarbeiten."