SR-Rundfunkrat wählt Raff-Nachfolger

Saarbrücken. Die 35 Mitglieder des SR-Rundfunkrates treffen sich heute, um hinter verschlossenen Türen den Nachfolger des Ende Januar verstorbenen Intendanten Fritz Raff zu wählen

Saarbrücken. Die 35 Mitglieder des SR-Rundfunkrates treffen sich heute, um hinter verschlossenen Türen den Nachfolger des Ende Januar verstorbenen Intendanten Fritz Raff zu wählen. Zwei Kandidaten bewerben sich um das Amt an der Spitze der ARD-Anstalt: Christoph Hauser (54, Foto: arte), seit Januar 2005 Programmdirektor und Geschäftsführer des deutsch-französischen Kulturkanals Arte in Straßburg, und der Saarländer Thomas Kleist (55, Foto: bub), Medienjurist und seit 2000 Vorsitzender des SR-Verwaltungsrates.Die Landespolitik konnte sich im Vorfeld nicht auf einen gemeinsamen Kandidaten einigen. Ursprünglich hieß es, die SPD akzeptiere das Vorschlagsrecht der CDU für die Intendanz. Im Gegenzug hätte sie einen Kandidaten für ein Direktorenamt (Verwaltungs- oder Programmdirektor) benennen können. Ein gemeinsames Personalpaket wurde bislang aber nicht geschnürt.

Die 35 Rundfunkratsmitglieder kommen aus Politik, Kirchen, Gewerkschaften und gesellschaftlichen Organisationen. Dem inoffiziellen CDU-Freundeskreis in dem Gremium werden knapp 15 Vertreter zugerechnet, dem SPD-Kreis etwa zehn. Hauser wird wohl von der CDU und Teilen der Jamaika-Koalition unterstützt. Das SPD-Lager hat sich auf Kleist, früherer SPD-Sozial-Staatssekretär, verständigt. Er hat angeblich auch parteiübergreifend und im so genannten "grauen Lager" Unterstützer, weshalb er als Favorit gilt. Ob heute aber bereits eine Entscheidung fällt, ist fraglich, denn: in den ersten drei Wahlgängen muss ein Bewerber eine Zwei-Drittel-Mehrheit erhalten. Gelingt dies nicht, sind am Freitag drei weitere Wahlgänge vorgesehen, bei denen wiederum eine Zwei-Drittel-Mehrheit gefordert ist. mju