1. Saarland

Spuren von 15 000 Volt hinterlassen Eindruck

Spuren von 15 000 Volt hinterlassen Eindruck

St. Wendel. 15 000 Volt - ein Stromschlag in dieser Stärke hat der 16 Jahre alte Dennis Mahnert im Mai überlebt. Geblieben sind jede Menge Narben. Den Sechstklässlern des Gymnasiums Wendalinum zeigte der 16-Jährige seine Narben und erzählte seine Geschichte im Rahmen eines Präventionsprojektes der Bundespolizeiinspektion Bexbach

St. Wendel. 15 000 Volt - ein Stromschlag in dieser Stärke hat der 16 Jahre alte Dennis Mahnert im Mai überlebt. Geblieben sind jede Menge Narben. Den Sechstklässlern des Gymnasiums Wendalinum zeigte der 16-Jährige seine Narben und erzählte seine Geschichte im Rahmen eines Präventionsprojektes der Bundespolizeiinspektion Bexbach. Ein nicht ganz einfaches Unterfangen, dass viel Sensibilität seitens des Präventionsbeauftragten Eric Finkler bedurfte. Er musste immer damit rechnen, dass Jugendliche dabei sind, die mit dem Unfallopfer und den damit verbundenen Verletzungen, nur schwerlich umgehen können.Zunächst verdeutlichte Finkler den Wendalinum-Schülern die Gefahren im Bahnverkehr und besonders die Gefahr, die von den 15 000-Volt-Oberleitungen ausgeht. Dass zum Beispiel ein Stromüberschlag von 15 000 Volt bereits bei der Unterschreitung eines Sicherheitsabstandes von etwa 1,50 Meter erfolgt. Hatten sich die Schüler noch über die Bilder der Powerpoint-Präsentation amüsiert, so wurde es plötzlich ganz still, als Dennis von seinem Unfall berichtete. Wie 15 000 Volt durch seinen Körper schossen, als er der Oberleitung zu nahe gekommen war. "Ich wollte nur an einem abgestellten Güterwagen der DB ein paar Leiterstufen erklimmen", erzählt der 16-Jährige.

Er berichtete auch, wie er den Stromschlag erlebte. "Ich habe nur noch ein helles Licht gesehen und den Aufschlag im Gleis irgendwie gemerkt." Einen Tag nach dem Unfall erwachte er aus dem Koma, in einer Spezialklinik. "Nach dem Erwachen wusste ich nicht mehr, wer ich war und habe immer noch große Erinnerungslücken", erzählt der 16-Jährige. Zehn Operationen habe er bereits hinter sich. Man habe ihm mehr als 200 Fäden gezogen. Sein Körper sei nach dem Unfall derart geschwollen gewesen, dass er sich selbst nicht mehr erkannte. Wie ihm die Ärzte später berichteten, habe sein Blut im Körper unmittelbar nach dem Unfall so gekocht, dass man durchaus Nudeln hätte erwärmen können. Dann zeigte er seine Narben am Arm und Bein. Erzählte, dass er fast alle Zehen verloren hat und beim Gehen stark eingeschränkt ist. Seine Hoffnung ruht nun auf einer Sehnentransplantation, die ihm ein normales Gehen ermöglichen soll.

Dennis' Geschichte machte die St. Wendeler Schüler fassungslos, die dem Jugendlichen dennoch einige Fragen stellten. Zum einen beschäftigte sie der Unfall, zum anderen entwickelten sie höchsten Respekt vor den Gefahren im Bahnverkehr. red