1. Saarland

Sportplatz-Skandal beschäftigt den Saarbrücker Stadtrat weiter

Sportplatz-Skandal beschäftigt den Saarbrücker Stadtrat weiter

Saarbrücken. Der Stadtrat hat es in seiner jüngsten Sitzung abgelehnt, die offenbar rechtswidrigen Baumaßnahmen am Schafbrücker Sportplatz im Nachhinein abzusegnen. Auf dem vom TV und vom SV Schafbrücke gepachteten Gelände wurden für den Bau eines Rasen- und eines Bolzplatzes Bäume gefällt, ohne dass dafür eine Genehmigung und ein Bebauungsplan vorlagen (die SZ berichtete)

Saarbrücken. Der Stadtrat hat es in seiner jüngsten Sitzung abgelehnt, die offenbar rechtswidrigen Baumaßnahmen am Schafbrücker Sportplatz im Nachhinein abzusegnen. Auf dem vom TV und vom SV Schafbrücke gepachteten Gelände wurden für den Bau eines Rasen- und eines Bolzplatzes Bäume gefällt, ohne dass dafür eine Genehmigung und ein Bebauungsplan vorlagen (die SZ berichtete). Die Stadtverwaltung hatte dem Rat vorgeschlagen, eine "Abweichung" zum Bebauungsplan zu beschließen und 61 000 Euro für den Ausgleich des Schadens zu fordern.Beides lehnte der Rat mit den Stimmen von SPD, Linken, Grünen und NPD ab. "Erst wenn wir alles aufgeklärt haben, können wir helfen", sagte Klaus Schroeter (SPD). Und aufzuklären gebe es viel. "Wenn man 5000 Quadratmeter abholzt, ist das ein umweltpolitischer Skandal ersten Ranges", erklärte Günter Karcher (SPD). Wenn man den Schaden hochrechne, komme man auf 200 000 Euro. "Und wenn der Vorsitzende des SV Schafbrücke dann durchblicken lässt, dass das so abgesprochen war", dann müsse man fragen, welche Rolle Sportdezernent Paul Borgard (CDU) gespielt habe.Er habe "nichts anderes gemacht, als die Beschlüsse des Rates umgesetzt", sagte Borgard. Der Verwaltung sei kein Vorwurf zu machen, sagte auch der Vorsitzende der CDU-Fraktion, Peter Strobel. Wenn sich jemand nicht an Gesetze halte, könne man dafür doch nicht den Sportdezernenten verantwortlich machen.Dass illegal gehandelt wurde, darüber herrschte Einigkeit im Rat. Aber wie die CDU wollte die FDP den Vereinen nun entgegenkommen. Sie dürften "nicht gegen die Wand gefahren werden", warnte der Vorsitzende der FDP-Fraktion, Friedhelm Fiedler. Darum gehe es nicht, hielt ihm Guido Vogel-Latz (Grüne) entgegen. Es gehe jetzt "um Aufklärung, nicht um weitere Verschleierung". Um Aufklärung kümmert sich wohl bald auch die Staatsanwaltschaft. Es sei gegen die Verantwortlichen Strafanzeige wegen Sachbeschädigung und Diebstahl erstattet worden, teilte Umweltdezernent Kajo Breuer (Grüne) mit. Was mit dem Holz der rund 100 Bäume geschehen ist, sei nämlich auch noch nicht klar.