1. Saarland

Spenden für hilflose Rollstuhlfahrerin

Spenden für hilflose Rollstuhlfahrerin

Bosen/St. Wendel. Diebe klauen eine Rollstuhlrampe, worauf eine Bosenerin in ihren vier Wänden gefangen ist. Diese Meldung in der Saarbrücker Zeitung hat Leser aufgeschreckt. Spontan boten sie an, dem Opfer helfen zu wollen. Denn die magere Rente der 68-Jährigen reicht nicht, um Ersatz zu beschaffen. Und der ist dringend nötig

Bosen/St. Wendel. Diebe klauen eine Rollstuhlrampe, worauf eine Bosenerin in ihren vier Wänden gefangen ist. Diese Meldung in der Saarbrücker Zeitung hat Leser aufgeschreckt. Spontan boten sie an, dem Opfer helfen zu wollen. Denn die magere Rente der 68-Jährigen reicht nicht, um Ersatz zu beschaffen. Und der ist dringend nötig. Denn Stufen blockieren den Weg zu ihrer Wohnung, die sie ohne die Rampe nicht überbrücken kann, sagt Gudrun Schäfer. Solch eine aus Aluminium koste 900 Euro. Die monatlichen Altersbezüge liegen nach ihren Angaben aber noch 100 Euro darunter."Ich will helfen und habe das Geld auch sofort parat", meldete sich gestern Morgen eine St. Wendelerin. Die Frau, die kurz nach der SZ-Lektüre spontan ihre Hilfe anbot, kenne solch eine verhängnisvolle Situation aus eigener Erfahrung. Sie betreue einen Familienangehörigen, ebenfalls auf den Rollstuhl angewiesen. Die Unterstützerin ist bescheiden, will anonym bleiben. Nur die betroffene Bosenerin kontaktieren, um mit ihr alles klar zu machen.

Dann, gegen Mittag, meldete sich Wilhelm Rath vom Lions-Club St. Wendel: "Wir spenden 300 Euro." Ein Kollege habe ihn auf den Fall aufmerksam gemacht. Lions-Clubs verpflichten sich weltweit, sich dem Dienst am Nächsten zu widmen.

Unterdessen ist Gudrun Schäfer sehr bewegt: "Ich bin so was nicht gewohnt, dass man mir hilft. Mein Blutdruck ist so hoch wie schon lange nicht mehr." Seit dem frühen Vormittag stehe ihr Telefon nicht mehr still, berichteten SZ-Leser von der Meldung über ihren Fall in der St. Wendeler Zeitung. Schäfer ist gerührt über die Unterstützung.

Die sie sehr gut brauchen kann: Als Baby war sie an Kinderlähmung erkrankt, 2004 erlitt sie einen Schlaganfall, 2006 überstand sie eine Krebsoperation. Seitdem ist sie jedoch auf den Rollstuhl angewiesen. Trotz der Schicksalsschläge lacht sie laut - und erst recht nach dieser frohen Botschaft kurz vor Heiligabend. "Ich bin sowas nicht gewohnt, dass man mir hilft."

Diebstahlopfer Gudrun Schäfer