SPD und ÖDP im Saarland streiten über Nutzen und Gefahren von 5G

Debatte um Risiken von 5G : Streit um Gefahr durch Mobilfunk im Saarland

SPD-Politiker wollen das Saarland zur Modellregion für den neuen Mobilfunkstandard 5G machen. Vertreter der ÖDP warnen vor Risiken.

Die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) hat die Pläne der Saar-SPD zum neuen Mobilfunkstandard 5G scharf kritisiert. Die saarländischen SPD-Bundestagsabgeordneten Heiko Maas, Josephine Ortleb und Christian Petry hatten zuvor gefordert, dass das Saarland zur Modellregion für die neue Mobilfunkgeneration werden soll. 5G gilt als Voraussetzung für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Industrie und Wirtschaft, für selbstfahrende Autos und für vernetzte Haushaltsgeräte.

Prof. Klaus Buchner, Physiker und ÖDP-Abgeordneter im EU-Parlament, zeigte sich erschüttert: „5G ist wegen der höheren Strahlungsintensitäten äußerst problematisch“, sagte er. Die Strahlenbelastung werde hierzulande massiv ansteigen. „Ich bin entsetzt, wie die SPD-Saar die Gesundheit der Menschen im Saarland aufs Spiel setzen will.“

Die höheren Frequenzen, die bei 5G eingesetzt werden sollen, könnten beim Menschen schwerwiegende Erkrankungen erzeugen, ergänzt Parteikollege und Biochemiker Prof. Claus Jacob. Darüber hinaus sei eine „weitgehende Überwachung der Privatsphäre“ möglich. „Vernetzte Haushaltsgeräte verstrahlen den Wohnraum und senden persönliche Daten an Unternehmen und Datenhändler.“ Die ÖDP verweist auf Studien, laut denen Mobilfunkmasten Missbildungen bei Tieren verursachen sollen.

Auch ihr sei die Gesundheit der Menschen wichtig, kontert Josephine Ortleb. „Und genau das ist auch unsere Leitlinie beim 5G-Ausbau.“ Sie unterstütze die Erforschung möglicher Gefahren durch 5G, die das Amt für Strahlenschutz bereits im März angekündigt hatte. „Ich habe Vertrauen in die zuständigen Stellen des Bundes“, so Ortleb. „Klar ist auch, dass ein schnelles Mobilfunknetz eine wichtige Grundlage für gesellschaftliche Teilhabe und Innovationen darstellt.“

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