1. Saarland

Spatenstich für die neuen Grumbachtalbrücke

Kostenpflichtiger Inhalt: Spatenstich für den Neubau der Autobahnbrücke : 75-Millionen-Baustelle im Grumbachtal

Am Donnerstag beginnen die Arbeiten am Neubau der A-6-Grumbachtalbrücke. Die Gesamtkosten betragen rund 75,1 Millionen Euro, der Bau soll 2024 fertig sein – wenn alles gut geht.

  Dass man über das Grumbachtal fährt, dessen ist man sich nicht immer bewusst. Rechts und links sieht man Wald, das Tal, das die Brücke überspannt, nimmt man als Autofahrer eher weniger wahr. Trotzdem ist dieses Bauwerk an der Autobahn 6 zwischen Fechingen und St. Ingbert West eine Hauptverkehrsachse des Saarlandes. Sie wurde 1961 gebaut, ist 326 Meter lang und wird täglich von mehr als 41 000 Fahrzeugen überquert.

Seit Monaten sorgen Poller auf der Brücke für eine künstliche Engstelle. Dies und ein Tempolimit sollen den Verkehr auf der Brücke bremsen, die Last für das Bauwerk verringern. Für Lkw gilt ein vorgeschriebener Mindestabstand, „auch im Stau“ steht auf den Tafeln. „Die Brücke hat ihre Alters- und Belastungsgrenze erreicht“, sagt Verkehrsministerin Anke Rehlinger (SPD), die am heutigen Donnerstag zum Spatenstich für einen Neubau ins Grumbachtal kommt. Gemeinsam mit Brigitte Worringen, Abteilungsleiterin im Bundesverkehrsministerium, will sie den Startschuss für ein Millionenprojekt geben: den Ersatzneubau der A-6-Grumbachtalbrücke.

Das Bundesministerium darf dabei nicht fehlen, denn Träger der Baumaßnahme ist der Bund. Die Gesamtkosten für den Ersatzneubau betragen rund 75,1 Millionen Euro. Die Planungskosten belaufen sich dabei auf rund zwei Millionen Euro. Die Baumaßnahmen werden  voraussichtlich 2024 fertiggestellt sein. Hauptauftragnehmer ist eine Arbeitsgemeinschaft, bestehend aus der Züblin Hoch- und Brückenbau GmbH, der Donges Steeltec GmbH und der Strabag AG. Saarländische Firmen fungieren als Subunternehmer des Hauptauftragnehmers. Die Planungsaufträge und bauvorbereitende Maßnahmen gingen auch an saarländische Firmen.

„Beeinträchtigungen des Verkehrs erwarten wir nicht, da der Verkehr während der gesamten Bauzeit zweispurig auf jeder Richtungsfahrbahn gehalten werden kann“, sagt Anke Rehlinger der SZ. Sie ist sicher, dass ein maßgeblicher Anteil der Baukosten der saarländischen Wirtschaft zufließen wird. Auch in der Phase der Bauvorbereitung seien schon Saar-Firmen eingesetzt worden. Bei dem Neubau achte man besonders auf den Umweltschutz. Die Schutzmaßnahmen für das unterhalb der Grumbachtalbrücke gelegene Landschaftsschutzgebiet seien mit dem Landesamt für Umwelt und Arbeitsschutz (Lua) abgestimmt. Unter anderem kämen daher biologisch abbaubare Schmierstoffe für die Baustellenfahrzeuge zum Einsatz. Des Weiteren sei die Betankungsanlage mit einer Abwasserbehandlungsanlage ausgestattet, so dass kein verunreinigtes Abwasser in die Umwelt entweichen könne. Die Eingriffe in das Landschaftsschutzgebiet erfolgten ausschließlich entsprechend der durch das Lua festgelegten Baugrenzen. Es sei detailliert festgeschrieben, inwieweit das Baufeld reichen dürfe.

Nach Abschluss der Baumaßnahme sollen Renaturierungsmaßnahmen beginnen. Die bei den Vorarbeiten entdeckten Grabhügel wurden untersucht, die archäologischen Grabungen seien inzwischen abgeschlossen. Sensationell waren die dort gemachten Funde: Dabei handelte es sich um zwei Armringe aus einem Frauengrab, die aus einer bestimmten Art Schiefer hergestellt wurden und die Verzierungen aus Zinn enthalten. Ein solcher Fund sei außerordentlich selten. Die Armringe zeugten von höchstem handwerklichen Können. Da der Schiefer mit großer Sicherheit aus dem Gebiet des französischen Zentralmassivs komme, belege er weitreichende Handelsbeziehungen im 6. Jahrhundert vor Christus. Die Ringe sind heute im Saarbrücker Museum für Vor- und Frühgeschichte zu sehen.

„Um den Lärmschutz zu gewährleisten, werden sowohl eine Lärmschutzwand als auch weitere lärmmindernde Übergangskonstruktionen an den Außenbereichen der Baustelle sowie an den Endbereichen der Brücke angebracht“, sagt die Ministerin. Die neue Brücke sei außerdem mit einer Gesamtlänge von rund 380 Metern mehr als 50 Meter länger als die bisherige. Wenn die Grumbachtalbrücke planmäßig 2024 steht, soll in Fechingen der Neubau starten. Auch dort wird eine neue Talbrücke entstehen.