Sonne strahlt in die Gemeindekasse

Überherrn · Knapp 150 Millionen Kilometer ist die Sonne von der Erde entfernt. Trotzdem reicht ihre Energie, um hier Strom zu erzeugen. Das nutzt die Gemeinde Überherrn seit Mitte 2012 für eine Solaranlage, die 3000 Haushalte versorgen kann – wenn das Wetter mitspielt.

Manche Gemeinden ernten Strom auf grüner Wiese. Dazu gehört auch Überherrn, wo seit rund einem Jahr eine der größten Solaranlagen Südwestdeutschlands am Netz ist. Auf einer Länge von fast zwei Kilometern stehen die blauen Module nach Süden ausgerichtet entlang der Bahnstrecke Überherrn-Wadgassen. Auf etwa 20 Hektar summieren sich die drei Teilflächen der Solaranlage Linslerhof. Jeweils um die 100 Meter sind sie breit. Sie beginnt nahe der B 269 neu, erstreckt sich dann am Bahndamm entlang in Richtung Differten und vorbei am Linslerhof.

Zu diesem Hofgut der Familie Boch gehören auch die genutzten Wiesenflächen. Wendelin von Boch ist Geschäftsführer der gegründeten Betreibergesellschaft Solarpark Linslerhof. "Die Anlage läuft sehr gut", war jetzt von Überherrns Bürgermeister Bernd Gillo zu erfahren. Bedingt durch das lange Zeit schlechte Wetter habe der Solarpark jedoch nicht dauerhaft die gesamte Leistung geliefert. Aber alles "läuft reibungslos".

Für 10,2 Megawatt ist der Solarpark Linslerhof ausgelegt. Damit lassen sich 3000 Haushalte mit Strom versorgen. Das soll der Gemeinde zudem helfen, jährlich 7000 Tonnen CO2 einzusparen. Dafür hatte der Gemeinderat einstimmig die erforderlichen Beschlüsse gefasst. Dann ging es mit Hochdruck an die Umsetzung. Und das bringt nun nicht nur Strom, Überherrn rechnet mit jährlich um die 70 000 Euro Einnahmen aus der Gewerbesteuer. Die Solaranlage Linslerhof ist Teil eines Gesamtkonzeptes. Damit soll Überherrn Null-Emissions-Gemeinde werden. Eingebunden sind auch Windkraft und Biogas. Mit weiteren Schritten will die Gemeinde jedoch vorerst bis zur Bundestagswahl warten, erklärte Gillo. Grund seien Unklarheiten über die Vergütung erneuerbarer Energien. Derzeit erstelle man den Flächennutzungsplan, "damit in Sachen erneuerbarer Energien nichts ohne die Gemeinde laufen kann."