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Solardachkataster geht ins Internet

Solardachkataster geht ins Internet

Schwalbach. Das Solardachkataster für den Landkreis Saarlouis soll in den kommenden Wochen ins Netz gestellt werden. Doch bereits jetzt fragen Interessierte beim Wirtschaftsverband Untere Saar (Wfus) nach den Möglichkeiten einer Solaranlage auf ihrem Dach. Einer davon ist Martin Moroldo aus Schwalbach. Er hat sein Vorhaben bereits in die Tat umgesetzt

Schwalbach. Das Solardachkataster für den Landkreis Saarlouis soll in den kommenden Wochen ins Netz gestellt werden. Doch bereits jetzt fragen Interessierte beim Wirtschaftsverband Untere Saar (Wfus) nach den Möglichkeiten einer Solaranlage auf ihrem Dach. Einer davon ist Martin Moroldo aus Schwalbach. Er hat sein Vorhaben bereits in die Tat umgesetzt.Umbauen wollte Martin Moroldo sowieso. Auch eine Solaranlage sollte auf das Dach seines neuen Hauses in Schwalbach. Deshalb ging er im September zur ersten Infoveranstaltung über das Solardachkataster des Landkreises im Rathaus in Schwalbach. "Ich habe noch vor Ort mein Haus überprüfen lassen", erinnert sich der Bankkaufmann.

Gute Bedingungen

Das Ergebnis: Das Dach richtet sich Richtung Südost und Südwest. Sehr gute Bedingungen für eine Solaranlage. Auch die Wirtschaftlichkeitsprüfung des Wfus viel positiv aus. "Ich bin damals aber noch zur Sparkasse gegangen, um das noch mal überprüfen zu lassen, weil ich gar nicht glauben konnte, dass sich das trägt." Die haben die Wirtschaftlichkeitsrechnung bestätigt, ebenso wie die Firma Sperling Solar aus Schmelz, die am Ende die Solaranlage für Moroldo gebaut hat, und andere Firmen, die ebenfalls ein Angebot gemacht haben. Ende 2010 war die Solaranlage, insgesamt 65 Quadratmeter Module, auf dem Dach. Kosten: rund 24 000 Euro. Jetzt produziert sie rund 40 Kilowattstunden Strom an einem sonnigen Tag. 4000 Kilowattstunden im Jahr verbraucht die Familie mit drei Kindern momentan und 33 Cent ist die Einspeisevergütung. Gewählt hat die Firma Sperling nach eigenen Angaben hochwertige Module. "Es könnte sich natürlich schneller rechnen mit preiswerteren Modulen", sagt Geschäftsführer Jörg Sperling, "aber Qualität geht vor". In rund zwölf bis 13 Jahren habe sich die Anlage gerechnet.

Die Familie würde den selbst produzierten Strom gerne speichern. Den Plan mussten sie aber erst einmal ad acta legen. "Die Speicherkapazität der Batterien, die derzeit auf dem Markt sind, reicht aber noch nicht aus. Für Privatleute rentiert sich das noch nicht", begründet Jörg Sperling. Das Interesse der Moroldos an Möglichkeiten, den selbst produzierten Strom im eigenen Haus zu speichern und dann auch selbst wieder zu nutzen, ist ein wichtiger Trend. So sieht es Jürgen Pohl, Geschäftsführer des Wfus: "Neben dem Geldsparen durch die Einspeisevergütung ist auch der Aspekt der Unabhängigkeit immer wichtiger für die Leute."

Steigendes Interesse

Überhaupt steige das Interesse von Privatleuten und Firmen für Solaranlagen nach dem Unglück von Fukushima stark an, sagen beide, Jürgen Pohl vom Wfus und Jörg Sperling von der Firma Sperling Solar aus Schmelz. In wenigen Wochen soll nun endlich das Solardachkataster auf der Seite des Wfus für alle einsehbar ins Internet gestellt werden. Dann sind die Dachflächen aller Häuser im Kreis farblich markiert, je nach Eignung für Solaranlagen (Fotovoltaik und Solarthermie). "Das wird gleichzeitig ein saarländisches Portal für die drei Landkreise, Saarlouis, St. Wendel und Neunkirchen", ergänzt Jürgen Pohl. Wer die Eignung seines Daches nicht ins Netz stellen lassen möchte, hat jetzt die Gelegenheit, Widerspruch dagegen beim Wfus einzulegen. Die Widerspruchsfrist beträgt vier Wochen.

Mehr Infos dazu gibt es beim Wfus unter Tel. (0 68 31) 5 03 19.

wfus.de