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So werden Schüler fit für die Ausbildung

So werden Schüler fit für die Ausbildung

St. Wendel. Heute gibt es mehr offene Stellen als Bewerber. Junge Schulabgänger bekommen oft deshalb keinen Ausbildungsplatz, weil sie nicht berufsreif sind oder ihr Abschluss nicht den Standards der Unternehmen entspricht. Wie werden also diese Jugendlichen Fit für den Beruf? Das war Thema einer Podiumsdiskussion im St

St. Wendel. Heute gibt es mehr offene Stellen als Bewerber. Junge Schulabgänger bekommen oft deshalb keinen Ausbildungsplatz, weil sie nicht berufsreif sind oder ihr Abschluss nicht den Standards der Unternehmen entspricht. Wie werden also diese Jugendlichen Fit für den Beruf?Das war Thema einer Podiumsdiskussion im St. Wendeler Unternehmer- und Technologiezentrum, zu der die Wirtschaftsförderung St. Wendeler Land und die Waldorfschule Saar-Hunsrück eingeladen hatten. SZ-Redakteur und Moderator Dagobert Schmidt sprach von einer "schwierigen Aufgabe", die hier zu lösen sei.

Harald Becker von der Kommunalen Arbeitsförderung kritisierte das unübersichtliche Hilfsangebot für Schulabgänger. Er zählte mehr als 20 verschiede Träger auf, die alle Maßnahmen beim Übergang von Schule zu Beruf anbieten. "Bei einer Umfrage gaben mehr als 80 Prozent der Experten an, keinen Überblick mehr zu haben. Wie soll es da erst Schüler, Eltern oder Lehrern gehen? Hinzu kommt, dass keiner verantwortlich ist, wenn etwas schiefgeht", argumentierte er.

Becker sprach sich dafür aus, solche Programme an zentraler Stelle zu ordnen und so für ein strukturiertes und effizientes Angebot zu sorgen. Der Landkreis St. Wendel sei hier Vorreiter.

Das bestätigte KBBZ-Schulleiter Hubert Gottschlich. "Für uns als Schule haben der Landkreis und das Amt für kommunale Förderung dafür gesorgt, dass wir gezielt mit wenigen Trägern zusammenarbeiten können." Für gezielteres Fördern seiner Schüler erhoffe er sich vonseiten der Industrie klare Ansagen, welche Kompetenzen momentan von Schulabgängern gefordert seien.

Aus Sicht des Ausbilders berichtete Dachdeckermeister Helmut Zimmer von einem "durchaus guten Bildungsstand" der Lehrlinge. Wert gelegt werden müsse dagegen auf Sekundärtugenden. In Sachen Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit bestünde Ausbaubedarf.

Für mehr Praxisarbeit während der Schulzeit sprach sich Klaus Hubert von der Walhauser Waldorfschule aus. Das Leben ist Praxis", betonte er. "Viele Schüler haben falsche Vorstellungen von der Arbeitswelt, weil sie zu wenig praktisch arbeiten." Durch eine Vielzahl teils verpflichtender Praktika, etwa in der Landwirtschaft, bekämen Schüler eine klarere Vorstellung künftiger Berufsziele. Nadja Flammann wies auf Probleme hin, die viele Jugendliche hätten, ohne Auto in die ausgelagerten Industriegebiete zu kommen. Das sei der Grund, warum viele erst mit 18 Jahren mit einer Ausbildung beginnen. "Hier müssen öffentliche Verkehrsmittel Abhilfe schaffen", so die Mitarbeiterin der Saarbrücker Arbeitsagentur.

Alle Teilnehmer waren sich einig, mit den genannten Punkten der Lösung der "schwierigen Aufgabe" näher gekommen zu sein. Sie stimmten aber auch darin überein, dass sie gerne mehr politische Entscheidungsträger im Publikum gesehn hätten.