So soll das Haus am Klostergarten aussehen

So soll das Haus am Klostergarten aussehen

Im Jahr 2014 hat das Geistliche Zentrum Benediktinerabtei Tholey das ehemalige Schwesternhaus gekauft. Wie das Gebäude künftig genutzt werden könnte, war lange unklar. Jetzt soll das alte Gemäuer einem neuen Modellprojekt weichen. Die Abrisskosten schätzt Tholeys Bürgermeister Hermann Josef Schmidt (CDU) auf 40 000 bis 50 000 Euro.

Auf der dann freien Fläche soll ein zweigeschossiges Gebäude entstehen, das schwerkranken Kindern und Jugendlichen ein "Kurzzeitwohnen mit integrierter Palliativversorgung" ermöglicht. Während einer Pressekonferenz im Tholeyer Rathaus stellte Architekt Jens Stahnke vom Saarbrücker Büro Flosundk die Entwürfe vor. Wichtig sei bei der Planung der Gedanke gewesen, dass das Haus Geborgenheit ausstrahlen und sich natürlich in die Landschaft einfügen solle.

Zwei Geschosse wird das "Haus am Klostergarten" haben. Das Dach wird begrünt. "Es soll mit dem benachbarten Klostergarten verschmelzen." Mittelpunkt des Erdgeschosses ist ein Gemeinschaftsraum mit Anschluss an die Terrasse. Büro- und Verwaltungsräume sind hier ebenso untergebracht wie der Pflegebereich mit Klangraum und ähnlichem. Im Untergeschoss sind Zimmer für bis zu zwölf junge schwerkranke Gäste untergebracht sowie zwei Elternzimmer. Zwei Patientenzimmer teilen sich je ein behindertengerecht gestaltetes Badezimmer. In der Mitte ist der Versorgungstrakt mit den Schwesternzimmern.

Abt Mauritius Choriol begrüßte das Projekt, das in direkter Nachbarschaft zur Abtei entstehen soll. "Es ist eine Nutzung, die sowohl den Kranken als auch den Angehörigen zugute kommt. Der Gedanke der Hilfe ist ein christlicher", sagte der Abt.

Auf der einen Seite grenzt das künftige Gebäude an den Klostergarten, auf der anderen ist der Kindergarten nicht weit. "Es ist ein würdiges Umfeld in geistlicher und weltlicher Hinsicht", sagte der Bürgermeister. Die Einrichtung sei mitten im Leben.

Paul Herrlein, Geschäftsführer der St. Jakobus Hospiz gGmbH, die künftig die Trägerschaft des Modellprojektes übernehmen soll, schätzt die reinen Kosten für das Gebäude im SZ-Gespräch auf 1,5 Millionen Euro, mit entsprechender Einrichtung sei wohl von zwei Millionen Euro Gesamtkosten auszugehen. Die Unternehmerfamilie Meiser hat bereits eine Spende in Höhe von 500 000 Euro in Aussicht gestellt. Weitere Finanzierungsdetails stehen noch aus. Die grobe Richtung sei klar, sagt Herrlein, aber es müsste noch einiges geklärt werden. Auch Baurecht gibt es noch nicht. Dieses zu schaffen ist Aufgabe der Gemeinde.