1. Saarland

So schön kann das Ende eines Urlaubs sein

So schön kann das Ende eines Urlaubs sein

Na, Urlaub vorbei? Sind die Koffer schon ausgepackt? Fein. Dann können wir uns in aller Frische wieder in den Alltag stürzen. Schön war's auch diesmal auf der Insel, die die Deutschen vor vielen Jahren friedlich erobert haben und in jedem Sommer aufs Neue in beeindruckender Weise zu verteidigen wissen

Na, Urlaub vorbei? Sind die Koffer schon ausgepackt? Fein. Dann können wir uns in aller Frische wieder in den Alltag stürzen. Schön war's auch diesmal auf der Insel, die die Deutschen vor vielen Jahren friedlich erobert haben und in jedem Sommer aufs Neue in beeindruckender Weise zu verteidigen wissen. Mit Reservier-Handtüchern auf den Liegen am Pool vor Tau und Tag, mit ungebrochenem Kampfgeist und Mordsappetit am abendlichen Büfett (Kroketten und Rosenköhlchen nehmen Platz auf Garnelen) und lauten Prahlhans-Gesprächen, für die man keine Ohren groß wie Fleischplatten braucht ("und wir haben zwei Lebensversicherungen abgeschlossen"). Alles wie immer, es gibt keine Besonderheiten zu berichten.Bis auf das, was nach der Landung am Zweibrücker Flughafen am Sonntagabend kam. Da standen wir am Band, das die Koffer ausspuckt und warteten und warteten. Doch das Gepäckstück des Nachwuchses blieb verschwunden. Wie schön, dass sich just gegenüber dem Kofferausspuck-Band die Beschwerdestelle für solch unliebsame Überraschungen befindet. Und nun erschrecken Sie nicht, liebe Leser: Die ruhige, nette Frau, die sich des Falles annahm, meinte, dass bei fast allen Mallorca-Flügen der eine oder andere Koffer verschwinde. Die meisten Exemplare würden jedoch nach kurzer Zeit wieder auftauchen.

Wie schön für den Serrano-Schinken, der - sollte die Kofferauffind-Prognose stimmen - mittlerweile wohl ungenießbar sein dürfte. Wie schön auch für das Handy-Ladegerät, das der äußerst geladene Nachwuchs sehr schmerzlich vermisst. Denn ein Jugendlicher ohne Mobiltelefon mit so genannten Apps und anderen Spielereien ist nur ein halber Mensch. Wie schön auch für die vielen T-Shirts und kurzen Hosen, die man gerade jetzt, da das Wetter sich etwas versöhnlicher zeigt, ganz gut gebrauchen könnte.

Am Montagnachmittag habe ich den Flughafen kontaktiert um zu erfahren, ob der Koffer wieder aufgetaucht sei. Am Telefon war leider eine Frau, die meinte, die zuständige Kollegin sei erst ab Dienstagmittag wieder da. Und das im PC-Zeitalter, wo auch andere Mitarbeiter Zugriff auf alle Daten haben könnten - wenn man denn einem Kunden helfen wollte. Ganz tolle Leistung!

Die frohe Botschaft allerdings befand sich am Montagabend auf der T-Net-Box. Eine Mitarbeiterin des Ensheimer Flughafens (die Pfälzer waren aus logistischen Gründen nicht mehr involviert) teilte mit, dass der Koffer aufgefunden worden sei. Per Taxi kam er dann geschwind auch nach Hause.

Fazit: Der Schinken hat's überlebt, das Handy ist wieder geladen - und die Stimmung aufgehellt. So schön also kann das Ende eines Urlaubs sein.