So lebt St. Josef weiter

So lebt St. Josef weiter

Es gibt St. Josef, die katholische Kirche in der Lutwinus-Siedlung in Mettlach zwar nicht mehr, aber sie lebt trotzdem weiter: In diesen Tagen erscheint ein Buch über das Kirchengebäude, das 40 Jahre lang das Bild von Mettlach dominierte, wenn man aus Richtung Merzig kam – weil es ja viel höher lag als all die berühmten, alten Bauwerke des Ortes an der Saar.

Die Geschichte von St. Josef war kurz: 1965 wurde die Kirche gebaut, als die Lutwinus-Siedlung entstand und der weite Weg in die Ortskirche für die vielen Gläubigen kaum zumutbar war - da hatte ja noch nicht jeder ein Auto. Und schon 2005 wurde der Bau wieder abgetragen - der verwendete Beton war bröckelig geworden, die Kirche war nicht überlebensfähig.

Steuer ist erst 40 Jahre alt

Nun wird in den nächsten Wochen ein Buch über die verschwundene Kirche erscheinen. Autor des Bildbandes ist der Mettlacher Thomas Steuer. Und der ist beileibe kein alter Herr, wie sonst meist die Autoren von Heimatliteratur. Steuer, von Beruf Maler und Lackierer, ist erst 40 Jahre alt. Aber er ist begeisterter Heimatkundler, hat schon viel zu allen möglichen Themen veröffentlicht. Besonders angetan hat es ihm aber eben die Geschichte der Kirche St. Josef , in deren Nachbarschaft er wohnt.

Dies nun ist sein bisher größtes Werk, und Steuer beweist darin auf 232 Seiten und mit mehr als 300 Fotos und Zeitdokumenten, dass auch über ein so relativ kurzes Kirchenleben viel zu berichten ist. Lebendig wird in dem Buch zunächst die Vorgeschichte, die Besiedlung der Gegend, Bau und Konsekration der Kirche.

Fräulein Kimmlingen

Man begegnet dem Mettlacher Pfarrer Heinrich Kimmlingen, dem der Kirchenbau zu danken war, und ebenso seiner Haushälterin - seiner Schwester nämlich. Das "Fräulein Kimmlingen" hat im Gemeindeleben Mettlachs damals eine wichtige Rolle gespielt. Glocken- und Orgelweihe, Feierlichkeiten, Pfarrhausbau, Hochzeiten - eben alles rund um St. Josef wird geschildert. Und natürlich die schwere Zeit, als die Kirche geschlossen werden musste, als klar wurde: Sie ist nicht zu erhalten. Und was aus dem ehemaligen Kirchengelände geworden ist, erfährt man auch.

Zur Verfügung stand Steuer dabei das Foto-Archiv des früheren Leiters der Redaktion Merzig der Saarbrücker Zeitung, Theo Plettenberg, das über 100 000 Fotos enthält. Steuer hat es auch komplett für das Museum Schloss Fellenberg in Merzig digitalisiert.

2014 kommt das nächste Buch

Der Autor wird das neue Buch nicht offiziell vorstellen. Er hat auch keine Sponsoren, beschränkt sich auf Werbung im Amtsblatt, im Pfarrbrief, mit Flyern und Plakaten. Und er geht davon aus, dass das Buch nicht nur bei Mettlachern Interesse findet - auch Leute aus der Umgebung werden sich dafür interessieren, da ist er sicher, das hat er auch in verschiedenen Gesprächen erfahren.

2014 soll dann auch noch ein Buch über Mettlach und seine Ortsteile realisiert werden - und dazu bittet Thomas Steuer jetzt schon, Aufnahmen von alten Geschäften, Betrieben, Straßenzügen, von Hochwasser und Veranstaltungen, Unfällen, Veranstaltungen, Bauarbeiten usw. zur Verfügung zu stellen.

Das Buch ist direkt bei Thomas Steuer in Mettlach zu erwerben: Telefon (0 68 64) 80 09 32, E-Mail th.steuer@web.de. Es kostet 39,95 Euro. Auch die Informationen können über diese Adressen übermittelt werden.