1. Saarland

Singen macht jung und gesund

Singen macht jung und gesund

Frau Larina, es ist ungewöhnlich, dass eine junge Frau die Leitung eines traditionsreichen Männerchors übernimmt, die noch dazu erfolgreiche Solistin ist. Warum tun Sie das?Nina Larina: Ich liebe die Arbeit als Chorleiterin. Chorleitung und Musikpädagogik ist ja auch mein erster Beruf, den ich vor meinem Studium als Solistin abgeschlossen habe

Frau Larina, es ist ungewöhnlich, dass eine junge Frau die Leitung eines traditionsreichen Männerchors übernimmt, die noch dazu erfolgreiche Solistin ist. Warum tun Sie das?Nina Larina: Ich liebe die Arbeit als Chorleiterin. Chorleitung und Musikpädagogik ist ja auch mein erster Beruf, den ich vor meinem Studium als Solistin abgeschlossen habe. Musik ist mein Leben, und das in allen ihren Facetten. "Meine Männer" wie ich sie immer nenne, geben mir bei unserer gemeinsamen Arbeit auch sehr viel zurück. Meine Männer kommen zur Probe, ihre Augen beginnen beim Singen zu leuchten und sie werden sichtlich jünger. Singen macht jung und gesund. Auch wenn sie Schmerzen haben, vergessen sie sie für eine kurze Zeit. Das ist ein Stück Leben für sie. Und das ist es eigentlich, was mich antreibt. Wer den Männerchor Dillingen unter Ihrer Leitung hört, hat den Eindruck einer ganz neuen Leichtigkeit. Stimmt der Eindruck?Nina Larina: Bei der Chorarbeit geht es in erster Linie um Freizeitgestaltung. Das Singen ist das Hobby meiner Männer und ein Hobby muss Spaß machen. Das Leben ist zu kurz, um es immer ernst zu nehmen. Wenn wir zusammen lachen und Spaß haben, erreichen wir außerdem unser Ziel viel besser und schneller. Außerdem sollen auch die Zuhörer Spaß am Konzert haben. Die Ausstrahlung ist dabei ebenfalls ein sehr starkes Thema. Ich kann nicht singen "Ich liebe dich" und dabei ein Gesicht machen wie bei einer Beerdigung, das glaubt einem kein Mensch. Erst wenn man denkt und fühlt, was man singt, ist man glaubhaft. Außerdem klingt es einfach besser, wenn man beim Singen die Zähne zeigt und so den Resonanzraum dehnt. Frau Larina, wie könnte die Zukunft des Chorgesanges aussehen?Nina Larina: Natürlich fehlen uns jüngere Kräfte, aber junge Leute singen zurzeit auch nicht so gerne in Chören. Die Frage ist, wieso sich junge Leute nicht so sehr für Musik interessieren. Da wären auch die Kindergärten und die Schulen gefordert. Und ihnen die vielen verschiedenen Aspekte der Musik zeigen.