Sigler : "Lass die Dummschwätzer machen"

Wadgassen/Völklingen. Kein Beitrag zur Geschichte des Outlet-Centers auf dem Gelände der ehemaligen Cristallerie in Wadgassen kommt ohne Rückblende aus. "Grünes Licht für Cristallerie", Baugenehmigung erteilt hieß es am 6. Oktober in der SZ, Saarlouis und Völklingen wollen notfalls klagen einen Tag später. Investor Richard R

 Die Bauarbeiten für das Outlet-Center auf dem Wadgasser Cristallerie-Gelände sind angelaufen. Foto: Rolf Ruppenthal

Die Bauarbeiten für das Outlet-Center auf dem Wadgasser Cristallerie-Gelände sind angelaufen. Foto: Rolf Ruppenthal

Wadgassen/Völklingen. Kein Beitrag zur Geschichte des Outlet-Centers auf dem Gelände der ehemaligen Cristallerie in Wadgassen kommt ohne Rückblende aus. "Grünes Licht für Cristallerie", Baugenehmigung erteilt hieß es am 6. Oktober in der SZ, Saarlouis und Völklingen wollen notfalls klagen einen Tag später. Investor Richard R. Sigler musste lediglich den Bauschein beim Landratsamt abholen und die fällige Gebühr bezahlen, um für Rechtskraft der Baugenehmigung zu sorgen.

Damit allerdings ließ sich Sigler Zeit. Gerüchte kursierten ihm fehle das Geld. "Wenn man über 20 Millionen plant, Sie glauben doch nicht, dass es dann um 76, 77 000 Euro geht", hält er dem entgegen. "Lass die Dummschwätzer machen, das interessiert mich nicht", sagt er. Nein, "rechtliche und taktische Gründe" seien es gewesen, mit Überweisung der Gebühr und Abholung des Bauscheins zu warten. So lange übrigens zu warten, dass schon eine Aufhebung der Baugenehmigung drohte, weil Zweifel an der Bauwilligkeit bestanden.

Taktische Verzögerung? "Nicht ganz nachvollziehbar", nennt das der Bouser Bürgermeister Stefan Louis. Er kündigt gegenüber der SZ an, dass auch Bous mit allen Mitteln versuchen werde, das Outlet zu verhindern. Saarlouis und Völklingen, die dies schon früher angekündigt hatten, gewinnen also einen Mitstreiter. Bous argumentiert mit unzumutbarer Verkehrsbelastung. Die Städte mit Beeinträchtigung ihrer Zentralorte-Funktion.

Saarlouis' OB Roland Henz hatte während besagter Verzögerungs-Phase schon gehofft, "das hätte sich erledigt". Er weiß nicht, was sich Sigler an rechtlichem Vorteil davon versprochen hat. Nun allerdings, sagt Henz, "wissen wir endlich, was er wirklich vorhat, jetzt prüfen unsere Anwälte die Akten, und dann sehen wir, wo wir ansetzen können".

"Nirgends", ist Sigler überzeugt, nicht nur wegen des "kleinen Vorteils", den die spätere Zustellung der Baugenehmigung an die Städte und Gemeinden gebracht habe. Seine Anwälte sagten ihm, "zu 99,9 Prozent" sei das Outlet nicht zu verhindern. Der Investor sagt: "Wir bewegen uns auf einwandfreiem Boden." Sigler will in das Objekt mit 3850 Quadratmetern Verkaufsfläche über 20 Millionen Euro investieren.

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