Sieben Vogelarten im Saarland vom Aussterben bedroht

Sieben Vogelarten im Saarland vom Aussterben bedroht

Saarbrücken. Meise und Rotschwänzchen - sie sind nicht vom Aussterben bedroht, erklärt der Vogelschutz-Spezialist im Naturschutzbund Saar (Nabu), Rolf Klein, auf SZ-Anfrage. Rotschwänzchen hielten sich jedoch während der Wintermonate im Mittelmeerraum auf

Saarbrücken. Meise und Rotschwänzchen - sie sind nicht vom Aussterben bedroht, erklärt der Vogelschutz-Spezialist im Naturschutzbund Saar (Nabu), Rolf Klein, auf SZ-Anfrage. Rotschwänzchen hielten sich jedoch während der Wintermonate im Mittelmeerraum auf. Auf der so genannten Roten Liste der Brutvögel im Saarland sind jene Arten verzeichnet, die gefährdet sind oder vor deren Gefährdung gewarnt wird. Laut Roter Liste gehört die Rauchschwalbe zu den sieben gefährdeten Vogelarten im Saarland. Die Mehlschwalbe und der Haussperling stehen saarland- und deutschlandweit auf der Vorwarnliste.

Verschiedene Probleme seien für das Schwinden der Singvögel verantwortlich, so der Vogel-Spezialist. Im Zuge des Wandels der Gartenstruktur - weg von den großflächig bewirtschafteten Bauern-Gärten und hin zu Gärten mit Rasen und vielen nicht-einheimischen Pflanzenarten - hätten viele Vögel ihre Brutplätze aufgegeben. Diese Entwicklung zeichne sich vor allem in der Nähe von Dörfern ab, so Klein. Nachteilig für die Vogelpopulation wirke sich auch das Entfernen von Vogelnestern aus, ein mehr an Hauskatzen, die Zunahme von Fahrzeugen sowie größere Fensterscheiben, an denen viele Vögel verendeten.

Christoph Braunberger, der im Zentrum für Biodokumentation in Landsweiler-Reden als Ornithologe arbeitet, schätzt den Rauchschwalben-Bestand auf derzeit 8000 Brutpaare. Vor allem im ländlich geprägten Raum, im Bliesgau, Saargau und Saar-Niedgau schrumpfe ihr Bestand am meisten. Da es in diesen Landesteilen immer weniger landwirtschaftliche Gehöfte gebe, fehle der Rauchschwalbe der Nistplatz. Schätzungen zufolge lebten hierzulande noch 12 000 Brutpaare der Mehlschwalbe und rund 60 000 Haussperlings-Brutpaare. Und der Spatz? "Bei anhaltendem Rückgang wird auch er auf der Roten Liste stehen", so Braunberger. bera

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