Sie tun was gegen das schlimmste Elend

Sie tun was gegen das schlimmste Elend

Bildstock. "Alleine die strahlenden Kinderaugen sind die ganzen Mühen und Strapazen wert. Sie sind unser Lohn. Wenn ich dann wieder zu Hause bin, ist das Weihnachtsfest noch mal so schön." Das sagt der 71-jährige Harald Hauch, und auch seine Auge glänzen. Zurzeit ist der Bildstocker mit einem Hilfstransport des Deutsch-Rumänischen Freundschaftskreises wieder in Rumänien unterwegs

Bildstock. "Alleine die strahlenden Kinderaugen sind die ganzen Mühen und Strapazen wert. Sie sind unser Lohn. Wenn ich dann wieder zu Hause bin, ist das Weihnachtsfest noch mal so schön." Das sagt der 71-jährige Harald Hauch, und auch seine Auge glänzen. Zurzeit ist der Bildstocker mit einem Hilfstransport des Deutsch-Rumänischen Freundschaftskreises wieder in Rumänien unterwegs. Eine Woche lang macht Hauch den Nikolaus, den "Mos Craichun", wie die Rumänen sagen. Sieben Helfer des Technischen Hilfswerks und sechs Mitglieder des Deutsch-Rumänischen Freundschaftskreises haben elf Tonnen Süßigkeiten, Spielsachen, Malutensilien und Schulsachen in die Region Lipova im rumänischen Banat gebracht.

"Uns steht eine arbeitsreiche Woche bevor", erzählt Willi Gehring vor der Abfahrt. Der frühere CDU-Landtagsabgeordnete aus Bildstock ist der Vorsitzende des Freundschaftskreises. Auch er ist beim Hilfstransport dabei. "Es wird eine Woche mit wenig Schlaf, denn die Verteilung der 7500 Geschenktüten an die Mädchen und Buben in den Kindergärten, Schulen und Waisenhäusern erfordert eine gute Logistik und viel Zeiteinsatz", erklärt Gehring.

Alles sei bis ins kleinste Detail geplant. Immerhin müssten vor Ort noch 7000 Weihnachtstüten gepackt werden. Bei jedem Hilfstransport ist Gehring immer wieder tief beeindruckt von der riesigen Spendenbereitschaft der Saarländer. "In diesem Jahr hatten wir 5000 Tüten geplant, können aber jetzt doch 7500 Weihnachtstüten verteilen", freut sich der Vorsitzende. Die Weihnachts-Hilfsaktion in diesem Jahr ist die 20. aus dem Saarland.

Den Deutsch-Rumänischen Freundschaftskreis gibt es seit 1989. Die Geschichte begann in der Vorweihnachtszeit des Jahres 1988. Harald Euler aus Bildstock ging als verkleideter Nikolaus von Haus zu Haus und beschenkte Kinder. Das Honorar, das er von den Eltern und Organisationen einnahm, wollte er spenden. Ein Bericht über das Elend der Kinder in Rumänien hatte ihn aufgeschreckt. "Hier muss man was tun", sagte er. Der damalige CDU-Landtagsabgeordnete Willi Gehring ergriff die Initiative und gründete in einer Bildstocker Kneipe den Deutsch-Rumänischen Freundschaftskreis.

Im März 1989 rollte der erste Hilfstransport. Seither hat die Gemeinschaft mehr als 2000 Tonnen Hilfsgüter nach Rumänien transportiert. In unzähligen Arbeitsstunden haben die Mitglieder "praktische Hilfe zur Selbsthilfe" geleistet, wie Gehring die Einsätze nennt. In über 20 Dorfschulen wurden die Toiletten saniert und die Wasserversorgung sichergestellt. Die Saarländer halfen in Waisenhäusern und in Altenheimen, lieferten Krankenhauseinrichtungen, medizinische Geräte, Medikamente. Im Dezember 1990 startete der erste Weihnachts-Hilfstransport. "Wir werden auch zukünftig jedes Jahr Hilfstransporte organisieren", sagt Gehring. Er betont: "Obwohl man bei uns oft von Arbeitsplatzverlagerungen nach Rumänien liest, bessert sich die Lebenssituation für die Menschen dort kaum." Am Freitag machen sich die Helfer aus dem Saarland wieder auf den Rückweg. Nonstop geht es dann wieder in die Heimat.

"In diesem Jahr können wir 7500 Weihnachts-

tüten verteilen."

Willi Gehring

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