1. Saarland

Sie singen für mehr Toleranz

Sie singen für mehr Toleranz

Saarbrücken. Mit der traurigen Hymne "People Help The People" von Birdy ging am Dienstag ein großer Konzertabend in der Saarbrücker Garage zu Ende. Zu dem Titel hatten sich alle Künstler auf der Bühne versammelt, mehr als 40 junge Leute sangen die Refrains und verbreiteten ein Wir-Gefühl

Saarbrücken. Mit der traurigen Hymne "People Help The People" von Birdy ging am Dienstag ein großer Konzertabend in der Saarbrücker Garage zu Ende. Zu dem Titel hatten sich alle Künstler auf der Bühne versammelt, mehr als 40 junge Leute sangen die Refrains und verbreiteten ein Wir-Gefühl.Das Erstaunliche: Hier begeisterten keine Profis, hier waren die Künstler des Vereins "Zweite Chance Saarland" am Werk. Begleitet haben sie 26 junge Leute, die die Zweite Chance in den vergangenen Wochen auf ihrer Casting-Tour im Regionalverband gefunden hatte. Unter ihnen Lisa, Kathie und Philipp als Band "The Maindishes", die von den alten Zweite-Chance-Hasen Lisa und Dave unterstützt wurden und mit ihrem Titel "Miracles" das eigentliche Unplugged-Konzert eröffnet hatten.

Zuvor hatte die Band "Davis and the clueless" im Vorprogramm unter anderem mit Led Zeppelins "Cashmere" eingeheizt. Einen "bunten Abend" unter dem Motto "Stop Diskriminierung, Rassismus, Faschismus. Go for Freedom, Diversity, Tolerance" hatte Projektleiter Said Teimouri versprochen. Er behielt Recht. Da gab es viele Balladen für Frauenstimmen, aber auch einiges an Rap. Emmo gab sogar ein musikalisches Beispiel für Toleranz: "Man sagt immer: Rapper covern nicht." Er rappte trotzdem einen Titel nach - "Kopf hoch" von Jonesman und Azad. "Denn der Text ist pure Poesie und ich sage: Auch Rapper dürfen covern."

Neben dem Motto wurde auch der Verein Zweite Chance von den Künstlern kommentiert. James, der mit Tobias mit der Slipknot-Nummer "Snuff" den rockigsten Titel gespielt hatte, meinte: "Gebt jedem Menschen eine Chance. Wenn es sein muss, auch eine zweite Chance." Der zweite Vorsitzende Salvatore Frasca sagte: "Wir holen Jugendliche von der Straße, reichen jedem die Hand. Ein, zwei oder auch dreimal."

Um einen so professionellen Auftritt hinzulegen, wurden die 26 gecasteten Musiker in den vergangenen Probetagen in drei Gruppen eingeteilt: zwei Gesangs- und eine Rapgruppe. Während der Proben wurden sie intensiv betreut, sowohl musikalisch als auch schulisch. Für den musikalischen Leiter, David Scheib, war das Unplugged-Projekt übrigens das letzte, das er hauptamtlich bei der Zweiten Chance geleitet hat. Für ihn steht ein Berufswechsel an. Ehrenamtlich will er sich aber weiter engagieren. "Einmal Zweite Chance, immer Zweite Chance", sagt er, während sich die Künstler für die Auftrittmöglichkeit bedanken. Sängerin Martina war am folgenden Tag noch tief beeindruckt: "Ich hätte nie gedacht, sowas zu schaffen und ihr habt mir gezeigt, dass es geht", ließ sie den Verein über das Internet wissen.