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Saarlands Beste im Juni
Sie sind „Saarlands Beste“ im Juni

Ein gutes Team (von links): der Vorsitzende des Vereins „Perspektiven für Benin“, Hans Peter Thiel, Nabiou Soumanou von der Nichtregierungsorganisation 
W.E ONG und die zweite Vorsitzende des Benin-Vereins, Waltraud Latz.
Ein gutes Team (von links): der Vorsitzende des Vereins „Perspektiven für Benin“, Hans Peter Thiel, Nabiou Soumanou von der Nichtregierungsorganisation  W.E ONG und die zweite Vorsitzende des Benin-Vereins, Waltraud Latz. FOTO: Thiel
St. Ingbert. Der Verein „Perspektiven für Benin“ versorgt ein ganzes Dorf in Afrika mit Strom. Er ist Juni-Monatssieger bei der SZ-Aktion „Saarlands Beste“. 

Vor fünf Jahren reiste Nabiou Soumanou erstmals ins Saarland. Der Beniner ist Präsident der Nichtregierungsorganisation „W.E ONG“ und eine Art Schlüsselfigur für den Entwicklungshilfsverein „Perspektiven für Benin“. Bei dem damaligen Besuch wollte sich Soumanou über Möglichkeiten informieren, um für die Einwohner seines Heimatdorfs Kikélé die Lebensbedingungen zu verbessern. Schon während der Autofahrt vom Flughafen ins Saarland wunderte sich der Vereinsvorsitzende Hans Peter Thiel, wie schweigsam der Mann aus dem bettelarmen westafrikanischen Staat war. „Für ihn war es ein Kulturschock, als er mit eigenen Augen sah, wie sauber es hier bei uns ist“, erinnert sich Thiel. Noch während des Aufenthalts des Westafrikaners entstand die Idee, ein Projekt zur Müllbeseitigung in dem 3600-Einwohner-Ort Kikélé zu starten und über den Verein „Perspektiven für Benin“ Projekte zur Steigerung der Lebensqualität in diesem Dorf zu stemmen. Dieses Engagement honorierten jetzt die SZ-Leser und wählten „Perspektiven für Benin“ zu „Saarlands Bestem“-Verein im Juni.

Die Entsorgung des Mülls funktioniere inzwischen recht gut, berichtet Thiel. Angefangen habe alles mit einem monatlichen Sauberkeitstag, an dem alle Dorfbewohner den Abfall mit bloßen Händen aufsammelten und wegbrachten. Anders als heute seien Mülltonnen, Besen, Rechen, Hacken sowie ein kleines Gefährt zum Abtransport des Mülls damals noch reine Utopie gewesen, sagt Thiel.

Nachdem das Projekt zur Müllbeseitigung erfolgreich beendet wurde, ist der Verein zusammen mit dem Partnerverein in Benin derzeit dabei, das komplette Dorf über Solarpaneele mit Strom und Steckdosen zu versorgen. „Mittlerweile verfügen schon mehr als die Hälfte der Einwohner, die Krankenstation und zwei Schulen über kostenloses Licht am Abend“, so Thiel. In Kikélé sei es ab 19 Uhr stockdunkel. Nun würden zum Beispiel in der örtlichen Krankenstation Behandlungen und Geburten nicht mehr mit Taschenlampen durchgeführt, der in zwei Schichten eingeteilte Unterricht könne bei einsetzender Dunkelheit fortgeführt werden und die Schüler könnten am Abend nach der Feldarbeit die Hausaufgaben machen. Über weitere Geldspenden und Mitgliedsbeiträge sollen auch die übrigen Dorfbewohner mit Strom versorgt werden. Gut 11 000 Euro brachte der saarländische Verein bisher für das Solarprojekt auf. Vor allem spendeten Privatleute, aber auch zwei Firmen aus der Region. „Wir sind sehr froh, dass wir mit so vielen Spenden den Menschen mehr Licht in ihr Leben bringen konnten“, freut sich Thiel. Nun wollen die Aktiven des Benin-Vereins den Bau von Toilettenhäusern finanzieren.

Infos unter www.pfb-benin.de