Sie dirigiert 220 Darsteller

Petite Rosselle. Sylvie Dervaux dirigiert, Mikrofon in der Hand, als Regisseurin die 220 Akteure der "Kinder der Kohle"-Schau. Sie hat zudem Konzept und Text verfasst und die vom Band eingespielten Filmmusiken ausgewählt. Die Schau entstand zur Schließung der Grube La Houve bei Creutzwald, des letzten Kohlebergwerks in Frankreich

Petite Rosselle. Sylvie Dervaux dirigiert, Mikrofon in der Hand, als Regisseurin die 220 Akteure der "Kinder der Kohle"-Schau. Sie hat zudem Konzept und Text verfasst und die vom Band eingespielten Filmmusiken ausgewählt. Die Schau entstand zur Schließung der Grube La Houve bei Creutzwald, des letzten Kohlebergwerks in Frankreich. Dazu, sagt Dervaux, habe sich das Bergbauunternehmen Charbonnage de France (CdF) eine Hommage an den Bergbau gewünscht. Nachdem sie 2003 "sehr erfolgreich" in Nordfrankreich eine "Son et lumière"-(Klang und Licht-)Schau gemacht habe, sei sie mit dem "Kinder der Kohle"-Konzept zur CdF gegangen. Zentrale Idee dabei: Die Hommage sollte den Bergleuten Mitwirkungs-Möglichkeiten öffnen. Das Konzept wurde realisiert. Mit dem Ziel, die Produktion erneut aufzuführen, gründete sich kurz darauf der gleichnamige Verein. Seit 2005 organisiert er Aufführungen in Petite Rosselle.

Das Stück verändert sich jedes Jahr. Die Zahl der Szenen ist von zehn auf 25 gewachsen, die der Darsteller auf 220. Wobei man für die aktuelle Runde auch im Saarland um Mitwirkende warb - das, sagt Dervaux, sei ihr wichtig. Denn das Thema habe grenzüberschreitend Bedeutung, gerade jetzt, da sich auch im Saarland das Bergbau-Ende abzeichne.

"Mein Großvater und mein Urgroßvater waren Bergleute", betont sie, von daher seien ihr Bergbau-Fragen seit jeher nahe. Dass sie ihre ersten sechs Lebensjahre in Kaiserslautern und Zweibrücken verbrachte, hat weniger Spuren hinterlassen: Die Sprache spricht sie nicht, "mein Lehrer hat mich zu sehr mit der, die, das gequält", sagt sie lachend.

Ja, sie möchte die Produktion weiterführen. Und möglichst noch erweitern um Szenen über erneuerbare Energien - womit der Blick nicht mehr nur auf die Vergangenheit gerichtet wäre, sondern auch auf Gegenwart und Zukunft. Das sei freilich eine Frage des Budgets: Finanziert wird die Produktion bisher von der Region Moselle, von Großsponsoren und aus dem Kartenverkauf. dd